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Mai 13 2017

Siegmund Köhl †

Siegmund Köhl

Schlei-Bote vom 13. Mai 2017

9 Kommentare

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  1. Eric Christian Rust

    Ja, auch meinerseits gibt es sehr angenehme Erinnerungen an Köhls Musikunterricht in der Aula. Was wir da allein an Musikgeschichte und Musiktheorie gelernt haben, davon schöpfe ich heute noch. Wie glücklich wir uns darüber schätzen dürfen, wird besonders klar, wenn man unsere Erfahrungen mit dem Blödsinn vergleicht, der zum Beispiel hier in Texas als Musikunterricht bezeichnet und angeboten wird. Besonders dankbar bin ich Köhl dafür, dass er uns die grossen Meister der Zeit zwischen den Weltkriegen erschlossen hat, also in dem Sinne ganz modern war. Neben Orff und den Russen waren da ja noch Hindemith, Ravel, Debussy, de Falla, und natürlich der unvergessliche zweite Satz aus Josquin Rodrigos Concierto de Aranjuez aus dem Jahre 1939. Hier ergänzte Köhl sich hervorragend mit Buhtz, der uns echte Weltliteratur lesen liess (Dostoevsky, Melville, Gide). Dass beide Lehrer wohl nicht ganz freiwillig an der KHS landeten, bedeutete für uns Schüler einen glücklichen Zufall und akademisch gesehen einen Riesengewinn.

  2. Christoph Jörgensen

    Als Mitglied der damaligen Schülerband „The Strings“ kann ich mich den Worten von Wolfgang Mehne und Jürgen Hansen nur anschließen. An Herrn Köhl habe ich bewundert, wie sehr er als Lehrer bereit war, sich mit unseren Schülerinteressen zu befassen. Er unterstützte uns nicht nur mit seiner Beratung, sondern war sich auch nicht zu schade, selbst in seiner Freizeit mit uns gemeinsam Musik zu machen. Für seine fachliche Kompetenz und seine uns Schülern zugewandte Art des Unterrichts gebührt ihm unser aufrichtiger Dank.

  3. Runa Borkenstein

    Unterricht bei Herrn Köhl war Musik,

    er hatte dabei manch pädagogischen Trick,
    einen jeden und jede in Bewegung zu bringen.
    Orff Instrumente bespielen,
    wer’s konnte, brachte die Triangel zum Klingen.
    Notenlesen nach Zeit,
    wer´s nicht konnte, brauchte nicht mal zu singen. :)

    Herr Köhl ließ uns tanzen, auch Theater spielen;
    oft unbemerkbares Verfolgen von Unterrichtszielen.
    Mit „Die zertanzten Schuhe“ ging’s gar nach Dänemark:
    Nachbarschaftsfreundschaft pflegen, auch stark!

    Nicht zu vergessen bei all seinem Witz:
    Sanktionen erschienen plötzlich wie ein Blitz.
    Aus heiterem Himmel eine 5 in Musik
    wegen Tanzpartnertwahl, Zensur statt Kritik.

    Herr Köhl schien mir damals die SPD in Person,
    Temperament und Gesinnung, gerechter Lohn.
    Bis heute denk ich bei Auftritten von Genossen
    an unseren Musiklehrer, ich hab ihn genossen.

  4. Eckehard Tebbe

    Ein wirklich netter Lehrer, bei dem ich leider nur totale Misserfolge hatte, weil mir die Partituren (insbesondere beim Freischütz) absolute Rätsel waren. Ich hab immer umgeblättert, wenn meine Nachbarn es taten. Klar, dass da dann letztlich ’ne 5 im Zeugnis stand. Eigentlich schade, dass mich das alles nicht besonders interessiert hat, denn es würde mir heute im Gospelchor wohl sehr dabei helfen, nach den Noten auf meinem Blatt zu singen. Verpasste Chance …
    Also danke, Herr Köhl, es war alles gut gemeint, aber mein Interesse ging mehr in die rockigen Niederungen. Woran ich mich aber genau erinnere … Er hat uns einmal ‚Ganz Paris träumt von der Liebe‘ im Unterricht vorgespielt. Ein unvergessliches Highlight! Fand ich damals zwar auch gewöhnungsbedürftig, heute aber Klasse. So wird Caterina Valente auf immer und ewig mit ihm verbunden bleiben.

  5. Konrad Reinhardt

    Nach Mudder Jönne hatten wir dann endlich modernen und interessanten Musikunterricht.

  6. Heino Küster

    Partituren von Brahms 1., Beethovens 5. und Dvoracs 9. „aus der Neuen Welt“ mitgelesen, unter seiner Kontrolle. Bassnoten vorgelesen, immer unter dem wachen Auge des Lehrers. Und dann hin und wieder, leider zu selten, freudig die Orff-Instrumente aus dem Nebenraum geholt und bespielt. Es war ein toller und lehrreicher Unterricht, den Herr Köhl uns gönnte. Ich habe alles genossen und aufgesogen. Die o.a. Symphonien waren meine allerersten Schallplatten (Karajan und die Berliner Symphoniker), die ich mir vom Konfirmationsgeld bei Mehne kaufte, besitze ich heute noch und denke gern an den Unterricht zurück!

    Sein Ableben berührt mich, meine Anteilnahme richtet sich an die Familie, besonders an Hilke, die eine Zeit lang in meiner Klasse war.

  7. Katr!n Wummel

    Strenge Sitzordung (Junge – Mädchen abwechselnd nach direkter Anweisung). Notenlesen nach Zeit. Die Zauberflöte.

  8. Dr.Wolfgang Mehne

    Ich habe Herrn Köhl sehr gemocht, hatte er doch selbst in seiner Freizeit viel musikalisches Rüstzeug (u.a.Harmonielehre, Kadenzharmonie, Tonika- Subdominante-Dominante 7-Tonika=1-4-5-1)an mich und die damalige Schülerband „The Strings“vermittelt.Nur beim Baßschlüssel, dessen Existenzberechtigung ich damals vehement anzweifelte, gerieten wir immer wieder aneinander.Zitat:Mehne, scheren Sie sich raus! Das hieß:5 Minuten vor der Aulatür parken.Aber es tat keinem von uns so richtig weh, eher mit einem wissenden Schmunzeln bedacht.
    Vielen Dank für Alles !

    1. Jürgen-A. Hansen (Spezi)

      dem kann ich mich nur anschließen! Herr Köhl hat uns sehr unterstützt! …. er war sich auch nicht zu fein, unserer Strings-Musik in der Aula zuzuhören und zu kommentieren. Danke, lieber Herr Köhl!

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