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Mai 26 2014

BRAVO-Musicbox 22 | 1964

Vor 50 Jahren

Schade, die Searchers sind schon wieder draußen. Dafür landen die Beatles ihren nächsten Hit. Außerdem hat ein wunderschönes fremdes Mädchen Platz genommen – allerdings nicht neben Sacha Distel, sondern bei Hans-Jürgen Bäumler.

BRAVO-Musicbox 22 | 1964

vom 26. Mai 1964

BRAVO-Musicbox 1964/22

9 Kommentare

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  1. Hartmut Stäcker

    Seltsam, dass ausgerechnet Fußballspieler zum Mikrofon griffen, sollte man doch meinen, dass sie am Ball genug Kohle machten. Doch Charly Dörfel, die Kremers-Zwillinge, Berti Vogts, Rudi Kargus, Norbert Nigbur, Kevin Keegan, Toni Polster, Hans Krankl, Paul Gascoigne und viele mehr trällerten und schnulzten, was das Zeug hielt.
    Und pünktlich zu jeder WM die Scheibe mit der deutschen Nationalmannschaft! Ergötzend fand ich das nie. Wenn ich jetzt was Lustiges hören möchte, lege ich mir die Single von Stefan Hallberg auf: Wer wird Deutscher Meister…Ha Ha Ha HSV.

    Weshalb Carl Kaufmann auf der Tartanbahn so erfolgreich war, verriet er per Platte: „Amor läuft mit“. Yannick Noah gestand, dass die Gedanken an „Angela“ seine Konzentration beim Aufschlag störten. Auch die Boxer Peter „dä Aap“ Müller, Bubi Scholz und Max Schmeling versuchten, ihre Kraft aus den Fäusten in die Kehle zu verlegen. Es blieb beim Versuch.
    Wirklich erfolgreich als Sänger wurde m.W. nur ein Sportler: Der Kugelstoßer und Bundesliga-Rugbyspieler Howard Carpendale. Hello again!

    1. Hartmut Stäcker

      P.S.: Ronny alias Wolfgang Roloff war kein Sportler. Wahrscheinlich hielt er sich deshalb mit Caroline 24 Wochen (lt. Wiki) in der Hitparade.

  2. Wolfgang Jensen

    Einer der ersten der singenden Sportler, der mir einfällt, war, glaube ich, der Boxer Peter Mueller mit „Ring Frei Zur Nächsten Runde“ und „Rä-De-Wumm“ . Nett auch der Song vom Hammerwerfer Uwe Beyer mit „Ich Nagle Meine Schuhe An“ und musikalisch ansprechend „In Einer Nacht In Taormina“ mit dem 400m-Läufer Carl Kaufmann, der ja sogar ausgebildeter Tenor war. Das Lied mochte meine Mutter so gerne, dass ich es ihr zum Muttertag geschenkt habe, gekauft bei Emil Burdinski nach Vorbestellung. Es gab übrigens mal vor etwa 10 Jahren bei Bear-Family eine CD nur mit Songs singender deutscher Sportler, die ich mal einem Kollegen von der Hamburger Plattenbörse mitbringen sollte.

    1. Eckehard Tebbe

      Genau, Wolfgang, eine Kopie der CD habe ich mal von einem Kumpel gezogen. Man kann die aber nicht bei vollem Bewusstsein durchlaufen lassen …

      1. Wolfgang Jensen

        :lol: :lol:

  3. Eckehard Tebbe

    Ja, so fing es an … man jagte die Sportler direkt vom Eis oder vom Rasen ins Studio. Da musste wahrhaftig keiner singen können. Die Speerspitzen Kilius/Bäumler schafften es ja gerade noch grenzwertig, aber dann kam es knüppeldick: Manfred Schnelldorfer bot sich den Damen an („Wenn du mal allein bist“), Radi Radenkovic machte sich zum ‚König‘, der wohlgeborene Kaiser gab den Einschleimer („Gute Freunde kann niemand trennen“), Martin Lauer buchte ein „Taxi nach Texas“, Willy Kuhweide hatte Sehnsucht nach einer „Lieben kleinen Seemannsbraut“ und Toni Sailer surfte direkt von der Skipiste vors Mikro und tanzte den „Tiroler Hula Hup“. Aber es kam noch schlimmer: Charly Dörfel verlangte „Erst einen Kuss“, bevor er aufs Feld trabte, Bubi Scholz wollte als „Der starke Joe aus Mexico“ gesehen werden, Carl Kaufmann brauchte einen Schuss Liebe auf der Tartanbahn („Amor läuft mit“), und am Ende ballerte uns Gerd Müller den Brägen aus dem Hirn („Dann macht es bumm“). Was für ein Elend … Wenn es wenigstens noch lustig gewesen wäre.
    Und dann saugt sich auch noch Ronny auf Platz 1 fest …

    1. admin

      Das Phänomen war aber keine Erfindung der Sechziger, wie das folgende Beispiel zeigt. Allerdings „sang“ die Boxer-Legende Max Schmeling in dieser Aufnahme von 1930 nur den Refrain. Den Rest erledigten die damals bekannten Schauspieler Kurt Gerron (1944 von den Nazis in Auschwitz vergast) und Hugo Fischer-Köppe.

      1. Eckehard Tebbe

        Wow, ein Juwel! Nie gehört. Was du alles so ausgräbst.

  4. Sabine Brunckhorst-Klein

    Vor 50 Jahren besingt bei uns Trini Lopez sein America in der Hitparade, das international bekannte Eislaufpaar Marika Kielius und Hans Jürgen Bäumler nimmt ein italienisches Mädchen in seine Mitte, die Beatles vertreten England und Deutschland ist mit Freddy und Drafi Deutscher würdig vertreten ;) :?: . –
    50 Jahre später beteiligen sich nur knapp 50 % der Deutschen an den Europawahlen.-
    Geschichte geht langsam, oder?

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