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Aug 31 2014

VHS-Filmclub 1968/69

Zum Auftakt des Themas „Film und Fernsehen in unserer Schulzeit“ eine kleine „Vorschau“ auf das Winterhalbjahr 1968/69, die ich 1968 für den SCHLEI-BOTEN verfasst habe.

Im Herbst wieder Filmclub
Filme von internationalem Rang sind vorgesehen

Schlei-Bote 18. Mai 1968Kappeln (jg). Wie der Film-Club der Volkshochschule Kappeln mitteilt, wird er seine Arbeit im Herbst dieses Jahres wieder aufnehmen, nachdem er sich kürzlich für das Winterhalbjahr 1967/68 mit dem Film „I Vitelloni“ verabschiedete.

Das Ziel des Filmclubs ist es vor allem, zu zeigen, daß der Film weit mehr bieten kann als nur anspruchslose Unterhaltung. Wenn eine Reihe von Filmen gezeigt wird, die von zum Teil recht eigenwilligen Regisseuren gedreht worden sind, von Regisseuren, die oft eben nicht bereit sind, auf den gängigen Publikumsgeschmack einzugehen, dann ist es verständlich, daß nicht jeder dieser Filme „ankommen“ kann. VHS-Filmclub - Schlei-Bote vom 18.05.1968Es ist aber doch wohl so, daß nicht die Filme zur geistigen Auseinandersetzung anregen, die uns genau das vorsetzen, was wir erwarten, sondern daß uns gerade jene Filme bereichern können, die uns unsere Umwelt einmal anders und damit neu sehen lassen.

Obwohl das Programm für das kommende Winterhalbjahr noch nicht feststeht, seien hier schon einige Filmtitel genannt, die zur Auswahl vorgeschlagen worden sind: „Der blaue Engel“ (Deutschland 1930), „Blow up“ (England 1966), „Der junge Törless“ (Deutschland 1966), „Rocco und seine Brüder“ (Italien 1960), „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ (Amerika 1965), „Tätowierung“ (Deutschland 1967), „Die Kinder des Olymp“ (Frankreich 1944), „Die Erde bebt“ (Italien 1948), „Es“ (Deutschland 1966), „La Strada“ (Italien 1954), „Jakobowsky und der Oberst“ (Amerika 1958), „Eva will schlafen“ (Polen 1957), „Liebe nach Fahrplan“ (Tschechoslowakei 1966), „Dreißigster Januar 1945 – Kolberg“ (Deutschland 1945/65), „Rotation“ (DDR 1949), „Asche und Diamant“ (Polen 1958), „Das Glas Wasser“ (Deutschland 1960) und „Unsterblicher Valentin“ oder „Lachkabinett“ (Karl-Valentin-Filme).

Der Beginn und das genaue Programm werden den Freunden des Film-Clubs zeitig in einem Rundschreiben und auch im Vorlesungsverzeichnis 1968/69 mitgeteilt werden.

2 Kommentare

  1. Sabine Brunckhorst-Klein

    Ein einfacher Zufall, aber vor etwa 14 Tagen haben wir uns „Rocco und seine Brüder“ auf DVD angesehen. Ich muss hier einmal darauf hinweisen: Es ist ein toller sozialkritischer Film, angesiedelt im Alltag einer Familie im Nachkriegs-Italiens, mit Super-Darstellern und fast unerträglichen Spannungsbögen.
    DER Tipp für einen schönen Filmabend jetzt im kommenden Herbst (allerdings fast 3 Stunden lang).
    Genauso klingelt es bei mir bei einigen der anderen Filmtitel in deinem Beitrag, Achim. Ich bin gespannt auf FILM UND FERNSEHEN IN UNSERER SCHULZEIT.

    1. admin

      Von den aufgeführten Titeln kann ich mich an einige gar nicht mehr erinnern. Die meisten italienischen Filme habe ich seit damals nicht mehr gesehen, obwohl sie ab zu im Fernsehen gelaufen sind. Andere wiederum haben mich so sehr beeindruckt, dass sie noch heute zu meinen Lieblingsfilmen gehören – allen voran „Der junge Törless“ von Volker Schlöndorff.
      Der Film ist übrigens wesentlich besser als der Trailer! ;-)

      Erst vor kurzem wiederentdeckt habe ich „Jakobowsky und der Oberst“, eine witzige Satire mit Curd Jürgens und Danny Kaye. Überhaupt habe ich von den „anspruchsvollen“ Filmen fast immer die „Komödien“ lieber gemocht, am meisten den schon von Wolfgang erwähnten „Monsieur Hulot“.
      Einen der wenigen Filme, den ich seit damals vermisse, ist der völlig absurde Polanski-Streifen „Wenn Katelbach kommt“. Kann sich an den noch jemand erinnern?

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