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Dez 29 2016

Lesetipp – Siegfried Lenz

„Zwischen den Jahren“ ein kleiner Lesetipp:

Heute erschien im Schlei-Boten ein Artikel mit dem Titel

Auf der Suche nach Lenz’ Schauplätzen

Der Germanistik-Professor Wolfgang Eichler verortet Schauplätze aus Siegfried-Lenz-Romanen in unserer Heimatregion, z. B. in Maasholm, Schleimünde und Arnis.

Eine andere weitgehend unbekannte Geschichte über Siegfried Lenz hat mir schon vor längerer Zeit Maria Volkermann mitgeteilt:

1940 besuchte Siegfried Lenz für einige Monate die Klaus-Harms-Schule. Zusammen mit anderen Jungen war er in Rabelsund auf dem Gut Buckhagen untergebracht und fuhr jeden Morgen mit dem Dampfer „Adler“ über die Schlei nach Kappeln. Ein neunmonatiger „Crashkurs“ sollte die Schüler auf den Leistungsstand bringen, den andere Oberschüler ihres Alters schon besaßen. Gefunden hat Maria diese Episode im Buch „Siegfried Lenz – Eine biographische Annäherung“ von Erich Maletzke.

3 Kommentare

  1. Runa Borkenstein

    Die Erwähnung von Siegfried Lenz löst bei mir Erinnerungen
    an ganz andere und sehr einfache Dinge aus der eigenen Geschichte aus.
    Das läuft außer Konkurrenz vom Wissen über sein Werk und die literarische Bedeutung.
    Lenz – Lakritz ist eins. Jungchen, Dothmark, Hüholz … folgen.
    Auch meine Umtaufe: Runchen….
    Und hier Siegfrieds Beitrag dazu, zumindest das Ende:

    … O Wunder der Liebe, insbesondere der masurischen; das Mädchen, das träumende, rosige, hob seinen Kopf, zeigte der alten Guschke den Taufschein und sprach: „Es ist“, sprach es, „besiegelt und beschlossen. Was für ein schöner Taufschein. Ich werde heiraten.“ Die alte Guschke, sie war zuerst wie vor den Kopf getreten, aber dann lachte sie und sprach: „Nein, nein“, sprach sie, „was die Wäsch alles mit sich bringt. Beim Einweichen haben wir noch nichts gewusst. Und beim Plätten ist es schon soweit.“
    Währenddessen hatte Joseph Gritzan wiederum etwas aus seiner Tasche gezogen, hielt es dem Mädchen hin und sagte: „Willst noch Lakritz?“

    Aus: Siegfried Lenz: So zärtlich war Suleyken. Masurische Geschichten
    Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 1955

    :star: Fröhliches Rutschen ins 2017 Euch allen :star:

  2. Holger Petersen

    Siegfried Lenz hat anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels im Jahre 1988 unter dem Thema „Am Rande des Friedens“ eine unglaublich kluge Dankesrede gehalten, die mich nachhaltig beeindruckt hat. In der Rede, die noch heute im Internet nachlesbar ist und meiner Meinung nichts an ihrer Aktualität verloren hat (dringende Leseempfehlung!!!), wird u.a. der Erfahrungssatz von Gandhi „history teaches man that history teaches man nothing“ zitiert.

    Vielleicht war er ja auch einmal in Stangheck, wo ein NDR-Team heute zum Thema Dorfgeschichte unterwegs ist. Die Ausstrahlung erfolgt aber erst im nächsten Jahr :) .

    Guten Rutsch allerseits!

    1. Holger Petersen

      Vielen Dank an Achim für den Link!

      Das waren vielleicht noch Zeiten, als Preisträger ihre Auszeichnungen noch persönlich in Empfang zu nehmen pflegten und auch ihre Reden selbst gehalten haben :) .
      Mit seinen in Buchstaben gegossenen Gedanken hatte ich manchmal so meine Probleme, aber als Redner war Lenz eine echte Begabung! Ob er seinem Freund Helmut Schmidt hier und da auch unter die Arme gegriffen hat?

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