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Mai 06 2017

Eckehards Zitatenschatz (3)

Dr. Buhtz (2)

Dr. Georg Buhtz - Foto: Manfred Rakoschek (1968)

„In den Legebatterien, da kann man ja nachts das Licht andrehen. Die denken dann, es ist Morgen und legen dann unter Umständen ein Ei mehr. So täuscht man diese Wesen in ihren heiligsten Gefühlen.“

„,1984‘ habe ich mal jemandem geschenkt, den ich nicht sehr schätze. Ich hoffte, ihm damit eine unruhige Nacht zu bereiten.“

„Manche glauben, dass die Menschen Räder haben. Die kommen dann ins Irrenhaus, nich …“

„Die, die mal gern was getan hätten, so mit der Nachbarin und so …“

„Was heißt schon, Sie sind faul. Sie sind eben adynamisch.“

„Denken Sie immer an Frau Irene. Das ist das Material für das Studium des Lebens.“

„Die Frauen haben das Ideal, ihr Mann wäre Brausepulver. Dann könnten sie ihn ganz runtertrinken.“

„Über ausländische Dichter dürfen Sie schimpfen, über deutsche nicht!“

„Also, dass ich mich so klar und schlicht ausdrücken kann, während Sie sich so kompliziert ausdrücken.“

„Der hat auch Bücher geschrieben, in denen er sehr Weises raunt. Er verwechselt sich überhaupt oft mit dem Orakel aus dem Abgrund. Schließlich ist er tot geblieben. Verzeihen Sie diese Hasstirade, aber ….“

„Also finden Sie nun noch was, oder können Sie es nicht lesen.“?

„Das ist doch ein Konsekutivsatz mit finalem Beigeschmack.“

„Selig sind die Friedfertigen, selig sind die geistig Armen, selig sind die … äh … und so weiter.“

„Zentnerwörter sind ja sehr beliebt, z. B. ‚donnern‘ … nich‘?“

„Es gibt da wohl eine Dame namens Barbarella, die … die … äh … da zarte Beziehungen pflegt zu einem Roboter namens Viktor.“

„Nicht, dass der Meister da rumläuft und dem Lehrling ins Genick haut, aber …“

„Mit dem is‘ wohl was nich‘ in Ordnung. Der hat wohl kein Geld oder so …“

„Er geht spazierenderweise hin und her …“

„Ich möchte in meiner schlichten Art auch noch was hinzufügen.“

„Sehen Sie, ich versuch das immer in meiner schlichten Art zu erklären.!

„Ja, dann wird eben alles Außergewöhnliche besonders.“

„Ein Arzt soll ja nich‘ so … ruck zuck, so 08/15, so nach dem Grundsatz ‚Nach uns die Sintflut‘ und ,… hier komm ich ja doch nich‘ wieder her.‘“

„Sagt der Vater dann ‚Ja, das Leben ist hart‘. ‚Ja‘, sagt dann die Großmutter, ‚jaja‘. ‚Ja‘, meint dann auch die Tante, ‚jaja‘.“

„Ja, da stock ich schon … das ist ein Mann, der voll aus dem Vollen schöpft.“

„Da finden Sie ein bürgerliches Massengrab des Geistes, wo die Seele am hellichten Tag verschimmelt.“

„Da müssen Sie aufpassen, wenn Sie auf‘n Montmartre kommen … da gibt’s Schlepper … die Schlepper, die schleppen noch was ganz anderes …“

„Ja, Herrschaften, Berufe kann man wechseln, … Frauen auch …, aber bei der Gattenwahl, ne … da muss man vorsichtig sein, ne …“ „Ja, das müssen Sie inner Hör Zu nachlesen.“

„Deswegen kann man so gut wie sagen, dass es so gut wie unmöglich wär …“

„Ja, dies sind finstre Zeiten, wie B. B. gesagt hat, nich‘ … Berholt Brecht.“

„Ooooh, das … da schäm ich mich, das vorzulesen … kann man gar nicht vorlesen … na, ich les das doch mal vor ….“

„Darf ich das nochmal sagen … natürlich darf ich das!“

„Ich bin nun mal ein leidenschaftlicher Mensch … aber was heißt schon leidenschaftlich …“

„Können Sie mal das Fenster zumachen, Frau Kleine. Da draußen pickt jemand so fanatisch.“ (Bauarbeiter)

„Ich weiß nicht, ob ich hier schon Warnungen ausgestoßen habe …“

„Und nun spitzen Sie die Ohren Ihres Geistes.“ „Das ist ein unsterbliches Werk, das ich ihnen in höchstem Grade empfehlen kann. Dieser Autor schreibt bewusst unsterblich.“

„Dieser Mann sinkt fünf Minuten vor dem Ziel ob der allgemeinen Ziellosigkeit tot zu Boden.“ „Das ist ungefähr die Romantik des letzten Mohikaners.“

„Und die Rebarbarisierung eilt mit Riesenschritten voran.“

„,Time is money‘ ist sozusagen das Tor zur Vorhölle.“

„Ihr Beispiel hinkt auf sämtlichen Gliedmaßen.“ „Aber was meint denn nun der greise Denker damit?“

„Aber wir wollen uns hier doch nicht gegenseitig mit Zitaten bewerfen.“ „Seien Sie doch nicht so in ihren Standpunkt verliebt.“

„Aber nun bohren wir, denn bohren muss man ja.“

„Die Person hat so eine Art geistigen Klotz am Bein.“

„Er ward von Europens übertünchter Grausamkeit mehr als erschüttert.“ „Ja, Athene, das gute alte Mädchen …“

„Wir erfahren hier vom Menschen als Wesen zwischen Tier und Engel.“

„Köstler ist so eine Art Philosoph … der hat neulich erst wieder ein Buch geschrieben.“ „Und hier gibt’s noch was von Jaspers Karl. Der is‘ neulich gestorben …“

„Ja, und die hat eine ungeheure Anzahl an Novellen geschrieben … die alle nichts taugen …“ „Ich bin von des Gedankens Blässe mehr als angekränkt.“

„Warum muss ich eigentlich immer auf dieser Ruine (Lehrerstuhl) sitzen? Da bekommt man ja Rückgratverkrümmung!“

„Also, wenn Sie an den Rand schreiben ‚Wert und Wesen des Distelfinks‘, dann müssen Sie das auch schreiben … und nich‘ über’n Nestbau.“

„Es scheint, Sie sind heute auch nur gerüchteweise in der Stadt vorhanden.“

„Könnten Sie sich bitte nachher um mich scharen, wir gehen dann ins Audimax (Aula).“

„Und nun lesen Sie bitte das Protokoll der letzten Sitzung vor.“

9 Kommentare

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  1. manfred rakoschek

    da aufersteht die schule,
    das muss ich euch mal sagen,
    denn über so viel klugen witz,
    mal leise, laut und auch mal spitz,
    kann ich nicht wirklich klagen.

    zersteuung auch und buhtz-sei dank
    im flur, am pult und auf dem gang
    gediegne sprache wirklich pflegen:
    kommt schülern HEUTE noch gelegen
    als göttlicher erinnerungsschwan-g-k.

    1. Katr!n Wummel

      Limerick, wenn ich mich recht entsinne … :-)

  2. Runa Borkenstein

    Zu diesen Zitatenschätzelein
    fiel mir inzwischen zweierlei ein:

    zum einen
    Ein Highlight der Schulzeit waren Dr. Bürgins Vorlesungen
    in der letzten Englischstunde vor den Ferien : „Die Feuerzangenbowle“.
    Witzige Geschichte fand ich damals, und völlig frei erfunden…
    Obwohl ja schon völlig offensichtlich der Vorleser
    sowie einige seiner Kollegen als Inspiration
    zu dem Buch hätten gedient haben können.

    zum anderen
    Das Statement meiner Mutter, die ja viele Jahre Tür an Tür mit den
    Kollegen und deren Familien in Landschulen gewohnt hatte:
    „Lehrer sind die größten Individualisten.“

  3. Regina Blätz

    „Spitzen Sie die Ohren Ihres Geistes.
    Seien Sie doch nicht so in Ihren Standpunkt verliebt.
    Es scheint Sie sind heute auch nur gerüchteweise in der Stadt vorhanden.“
    Phantastische Sätze.

  4. Karl-Erich Henrici

    Chapeau, Eckehard! Du warst wirklich ein emsiger und akribischer Chronist. Alle Zitate, von mir längst vergessen, tauchen beim Lesen wieder in der Erinnerung auf. Das ist echt alles authentisch, nichts gefaketes. Aber wie Wolfgang wundere ich mich, wie du das alles notieren konntest. Warst eben doch ein sehr aufmerksamer Schüler!

  5. Sabine Brunckhorst-Klein

    „Die Person hat so eine Art geistigen Klotz am Bein“ :) :) :) Einfach nur gut!
    Und wer ist nicht selbst manchmal so eine Person?? ;)

  6. Wolfgang Jensen

    Ich glaube, man muss ihn „live“ erlebt haben, um zu erahnen, warum er bei so vielen geschätzt und beliebt war. Einige Sprüche (nicht alle) finde ich jedenfalls gut. Aber eine Frage, Eckehard, sei erlaubt. Ist denn niemandem aufgefallen, dass Du gar nicht dem Unterricht gefolgt bist, sondern andauernd Zitate notiert hast? ;)

    1. Eckehard Tebbe

      Wolfgang, das siehst du total falsch. Ich glaube, ich habe keinem so gut zugehört wie Herrn Buhtz. Die Zitate mal zwischendurch aufzuschreiben, war ja nun nicht so problematisch. Also sieh die Bestätigung bei Kalli … „aufmerksamer Schüler“ … Er muss es wissen, wo ich doch jahrelang neben ihm und Jürgen saß.

      1. Wolfgang Jensen

        Na, das will ich denn mal so glauben. ;) :)

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