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Dez 15 2017

Rauhreif 1967

Vor 50 Jahren

Hier ein weiterer Beitrag von Manfred Rakoschek für den Schlei-Boten vor fünfzig Jahren.

Schlei-Bote - Anfang November 1967

Tau und Reif

Kleine naturkundliche Plauderei im Herbst

(Artikel von Manfred Rakoschek – abgedruckt im Schlei-Boten im November 1967)

Kappeln (mr). Wenn in den Herbsttagen die erste polare Kaltluft in unsere Gebiete eindringt, so ist sie meist stark feuchtigkeitsgesättigt. Wenn sie dann nahezu oder ganz zur Ruhe gekommen ist, wie wir es in diesen Tagen erlebt haben, dann kommt es oft vor, daß kaum oder keine Wolkenbildung auftritt. An den Abenden und in den Nächten taut es dann: auf allen unter freiem Himmel befindlichen Gegenständen bilden sich feinste Wassertröpfchen. Diese können manchmal beachtliche Größe annehmen.

Manchmal taut es nicht nur am Boden, auch in größerer Höhe bilden sich dann Wassertröpfchen: Nebel entsteht. Der Tau, der Nebel und die Wolken (außer Zirruswolken, die aus Eiskristallen bestehen) haben dieselbe Entstehungsursache: nahezu oder ganz feuchtigkeitsgesättigte Luft kühlt sich so weit ab, daß die relative Luftfeuchtigkeit von 100 Prozent überschritten wird. Wenn dieser sogenannte Taupunkt erreicht ist, bilden sich feinste Wassertröpfchen, weil die Luft keinen Wasserdampf mehr aufnehmen kann. Wird die Luft in diesem Zustand unter den Gefrierpunkt abgekühlt, so entstehen entweder in sehr großer Höhe (bis 11 km) und sehr tiefer Temperatur (um -40 Grad) Zirruswolken (Eisnadeln) oder in geringerer Höhe (um 2 km) bei Temperaturen um -3 Grad C Schneekristalle (wenn sie schmelzen und wieder gefrieren), Hagelkörner oder in Bodennähe, wenn die Tautröpfchen gefrieren, Reif.

Das rechte der beiden Bilder zeigt bereifte Brombeerblätter, Bild links bereiftes Gras, dessen gefrorene Wassertropfen an den Blattspitzen schon von den ersten Strahlen der Morgensonne geschmolzen worden sind.
                                                                                                           Fotos: Manfred Rakoschek

2 Kommentare

  1. manfred rakoschek

    „ick bün all dor!
    kümmst du dormit klor?“
    seggt swinegel ton haas
    un wiest em de naas.
    „dat is liek as jedet johr.“

  2. Wolfgang Jensen

    Kompliment für Deine naturkundlichen Beiträge, Mani. Die finde ich toll und v.a. anschaulich erklärt. :)

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