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Nov 17 2018

1978 – 60 Jahre Matrosenaufstand

Vor 50 Jahren

60 Jahre Matrosenaufstand - Festveranstaltung 1978

Einen Tag später gab es im NDR 2 in der Sendung „Pop & Politik“ einen Beitrag über diese Veranstaltung. Leider hat mein damaliger Mitschnitt eine grottenschlechte Qualität, aber als Zeitdokument …

Immerhin gibt es dort u. a. den damals 91-jährigen Lothar Popp zu hören – im November 1918 Vorsitzender des obersten Arbeiter- und Soldatenrates in Kiel.

 

8 Kommentare

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  1. Jürgen Weber

    Die Eintrittskarte von der Veranstaltung am 17.11.1978 habe ich leider nicht mehr. Aber es gibt auf Vinyl gepresst eine hörenwerte Lang-Schallplatte mit Mitschnitten von dem Ereignis, die seinerzeit erschien. Davon habe ich noch zwei bei mir liegen…Zu hören darauf u.a. Hans Scheibner, Jochen Steffen, Knut Kiesewetter und Dieter Hildebrandt :-)

    1. admin

      Dann leg mir mal bitte eine zurück. Danke.

      1. Jürgen Weber

        Das geht in Ordnung. Kannst eine Scheibe haben…

  2. Hans-Werner Panthel

    Das Dokudrama „1918 Aufstand der Matrosen“, beim NDR und bei Arte noch bis 13.12.2018 in der Mediathek, hat mich tief beeindruckt und Aha-Effekte ausgelöst. In meinem Umfeld stoße ich bei diesem Thema allerdings auf allgemeines Desinteresse und Gleichgültigkeit bei diesem Thema. War eben eine Meuterei gegen den Kaiser, heißt es dann. Dass der Beginn unserer Demokratie ausgelöst wurde, ist meines Erachtens so gut wie nicht in vielen Köpfen angekommen, auch wenn in Kiel lokale Akteure sich dafür abgemüht haben. Selbst der eingeladene Bundespräsident hielt in diesen Tagen eher in Lübeck eine Willy-Brandt-Rede.
    Für persönliche Erkundungen empfehle ich die App KulturSpuren der Stadt Kiel.

  3. Holger Petersen

    Von 1973 bis 1975 war ich bei der Bundesmarine, u.a. in Olpenitz stationiert. Es kamen doch tatsächlich an einem 20. April dort einige Kameraden auf die glorreiche Idee, den Geburtstag eines gewissen Herrn aus Braunau feiern zu wollen :X . Ich sah mich zum Einschreiten gezwungen und konnte dann das Schlimmste verhindern. Ich bin mir ziemlich sicher, auch auf den Matrosenaufstand von 1918 in Kiel hingewiesen zu haben und darauf, dass auch diesem Grunde ein Rechtsradikalismus in der Bundesmarine nichts zu suchen habe. Ich hatte seinerzeit den Eindruck, dass von der aus der gesamten damaligen BRD zusammen gewürfelten Truppe nur die wenigsten von diesem geschichtsträchtigen Ereignis gehört hatten…
    Ich hatte das Glück, an der Humboldtschule in Kiel, wo ich meine letzten Schuljahre absolviert habe, ausgezeichneten Geschichtsunterricht bekommen zu haben -gerade zu der Zeit ab 1918-. Aber es brodelte damals ja an verschiedenen Ecken von Europa, was durch die Regelungen von Versailles wohl noch gefördert wurde. Ich meine z.B. ein Referat zur Ruhrbesetzung gehalten zu haben. Auch der aufkommende Nationalsozialismus lässt sich kaum erklären ohne z.B. die -sehr liberale, aber nicht in allen Bereichen alltagstaugliche- Weimarer Verfassung, die die legal gewählten Nazis dazu einlud, den Staat von innen auszuhöhlen. Das Thema „Dolchstoßlegende“ als eine der frühesten Fake-News von Staats wegen sei hier nur am Rande erwähnt…
    Ich habe übrigens vor kurzem abends zufällig eine sehr interessante Dokumentation (ARD?) gesehen zu dem Thema „Der Kaiser im holländischen Exil“. Ich war ziemlich überrascht, was noch alles an Foto- und Filmmaterial aus dieser Zeit gezeigt werden konnte. Ich habe mich schon längere Zeit gefragt, was der Kaiser dort so gemacht hat und warum er nicht wieder an seinen Thron gelangt ist. Hat er natürlich versucht, aber er wäre dem besser vernetzten GRÖFAZ vermutlich irgendwann in die Quere gekommen, so dass man Wilhelm II lieber auf Abstand gehalten hat…

  4. Runa Borkenstein

    Das Wort Matrosenaufstand begegnete mir auch erst vor ein paar Jahren zum ersten Mal:
    lokale Berichterstattung, kulturelle Veranstaltungstipps für Kiel und Schleswig-Holstein.
    Die inhaltliche Füllung erfolgte dann so nach und nach, 100% sind noch nicht erreicht.

    Durch eine angeheiratete Verwandtschaftscousine, eine Engländerin, wurde meine Aufmerksamkeit dann im vergangenen Jahr verstärkt darauf gelenkt:
    100 Jahre Kieler Matrosenaufstand.
    Die junge Frau arbeitete an einem Projekt der Universität Leeds an diesem Thema, wobei der Aspekt der beteiligten Frauen im Mittelpunkt stand.
    Die Zusammenfassung der Projekts wurde in Gestalt eines Theaterstücks auf die Bühne gebracht, in Kiel im Oktober 2018.
    Lange vorbereitet, auch im Programmheft „Kiel steht auf für Demokratie“ war dies angekündigt.
    Am 26.10. und 28.10. sollte „Woman of Aktion, or: Oh, What A Lovely Revolution“ im Maritimen Viertel aufgeführt werden. Wurde es auch, zumindest von der ersten Veranstaltung kann ich das sagen. Mit 10 Familien-Leuten haben wir es uns angesehen, in Maschinenhalle II der Technischen Marineschule. Drei sehr ausdrucksstarke Schauspielerinnen des UK spielten vor interessanter Kulisse in einer sehr besonderen Räumlichkeit. IT WAS GREAT!

    Was aber dem überhaupt nicht entsprach war ein Zuschauertrüppchen von von knapp über 20 Menschen… Geplant war das auch anders.
    Die Akteure, ProjektmitarbeiterInnen inbegriffen, bekamen als vermutete Begründung genannt:
    das Stück sei zu ….. und es habe ein Regierungswechsel stattgefunden.

    Daher nun zu Sabines „Warum“ bezüglich der Informationslücken in der Vergangenheit
    ein weiteres WARUM, die Gegenwart betreffend.

  5. Sabine Brunckhorst-Klein

    Es gab in diesem Jahr tatsächlich eine umfangreiche Sammlung von Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Aktionen vielfältiger Art zum 100. Geburtstag dieses großen Ereignisses. Wir haben u.a. eine mit interessanten Medien angelegte sehr anschauliche Ausstellung im Schifffahrtsmuseum Kiel besucht und das Theaterstück „Negnteinachtein“ (schreibt man das so?) von Robert Harbeck und Andrea Paluch im Niederdeutschen Theater angesehen, daneben eine ganze Reihe von Veröffentlichungen gelesen. Welch ein bedeutendes Ereignis mit welch weitreichenden Folgen war dieser Aufstand.
    Nur: Wenn ich es richtig erinnere, fand dieser Aufstand in unserem damaligen Geschichts- oder Gegenwartskunde-Unterricht kaum größere Bedeutung. Oder habe ich es nur nicht registriert? Neulich erzählte mir jemand, die in Kiel zur Schule gegangen ist, dasselbe. Warum ??

    1. Konrad Reinhardt

      Was du über den Geschichtsunterricht schreibst, ist das, was man ganz allgemein hört, wenn Leute unseren Alters berichten. Das betrifft nicht nur den Matrosenaufstand, sondern die ganze Zeit von 1914 bis 1945. Mein Geschichtslehrer war mein Klassenlehrer Dr. Schnoor. Er war 1933 gerade mal 18 Jahre alt. – Was ich als Schüler gar nicht so richtig erkannt hatte, er unterrichtete für damalige Verhältnisse sehr fortschrittlich: Neben Geschichtsbuch wurden das Fischerlexikon Der Nationalsozialismus und Quellentexte aus dem Klett-Verlag herangezogen.

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