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Sep 05 2019

Bilderrätsel Nr. 518 – Kirchenraben

Jetzt zurück nach Angeln – mit einem wirklich hochinteressanten, selten oder so gut wie nie fotografierten Motiv, das auch Michaela Fiering nicht gleich auf Anhieb gefunden hat.

Auch hier geht es wieder – dem Schulzeitreisen-Motto entsprechend – um eine „Entdeckung“, aber diesmal nicht zufällig oder spontan, sondern – aufgrund einer „literarischen Quelle“ – geplant.

Um dieses Motiv – gerade weil es so unscheinbar daherkommt – aufzuspüren, hat sich die Fotografin akribisch auf die Suche begeben und schließlich noch einmal „amtlich“ recherchiert, bis sie es endlich fotografieren konnte.

So unauffällig es auch ist, kommt ihm doch der Beschreibung nach eine beachtliche historische Bedeutung zu.

Der Anlass für dieses Rätsel ergab sich übrigens aus einem früheren Besuch in diesem Ort.

Frage: Worum handelt es sich?

Bilderrätsel Nr. 518

Nachdem wir im November 2018 von Heino Küster bereits etwas über die Entstehung des Gemeindewappens von Rabenkirchen-Faulück erfahren hatten und Holger Petersen sich im Juni erfolgreich auf die Suche nach der dort abgebildeten Doppeleiche gemacht hat, schickte mir Michaela Fiering eine kleine Geschichte, die das andere Wappen-Motiv und den Namen der Gemeinde betrifft – die Raben!

Als man bei Kappeln eine Kirche bauen wollte und das Geld zusammen hatte, konnte man sich über den Ort nicht einig werden.

Da schickte man zwei Mönche aus, den Platz zu suchen, und diese flehten zur Jungfrau Maria um ein Zeichen, daß sie nicht irre gingen. Sogleich flogen ein paar Raben über ihre Köpfe hin und ließen sich bald an einem Orte nieder, wo nun die Kirche aufgeführt ward.

Als sie vollendet war, kamen die Raben wieder, setzten sich an der Westseite der Kirche nieder und verwandelten sich in Stein, ohne ihre Gestalt zu verändern.

Dort sind sie noch heute zu sehen.

Was für eine hübsche Geschichte, dachte ich, die ich leider aus meinem Heimatkundeunterricht in der Grundschule nicht kannte. Aber was sind das für versteinerte Raben, die dort angeblich heute noch zu sehen sind?

Michaela hat sich auf den Weg gemacht, um diesem Phänomen auf den Grund zu gehen, aber die Raben trotz intensiver Suche nicht gefunden.

Doch! Sie hatte sie schon gefunden:

Nachdem ich die Raben nicht finden konnte, habe ich mich im Gemeindebüro erkundigt. Antwort kam sehr schnell.
Die Steine hatte ich gesehen, aber meine Fantasie reichte nicht aus, sie als Raben zu erkennen.

Hauptsache, sie sind es:

Die Raben von Rabenkirchen

Die Raben von Rabenkirchen – Foto: Michaela Fiering (19.07.2019)

Die Raben von Rabenkirchen – Foto: Michaela Fiering (19.07.2019)

Während Angelika Rossen-Bürger einfach auf Rabenkirchen tippte, hat Runa Borkenstein den Ort näher beschrieben und Holger Petersen und Wolfgang Dase präzise den Schauplatz benannt: die Nebenpforte des Friedhofs an der Kirche.

Aber letztlich ging es – wie oben ausgeführt – um etwas ganz Spezielles, nämlich die Bedeutung der Steine. Die hat schließlich nur Konrad Reinhardt herausgefunden. Gratuliere!

35 Kommentare

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  1. Runa Borkenstein

    Tolle Geschichte !

    1. Maren Sievers, geb. Bonau

      Die Sage kannte ich, aber da ich den Ort
      nicht gefunden hab, konnte ich das nicht
      zuordnen und nach "Raben" sieht das ja
      nun auch nicht mehr so wirklich aus….

  2. Konrad Reinhardt

    Die in Stein verwandelten Raben

  3. Wolfgang Dase

    Es ist die die Nebenpforte an der westlichen Seite des Kirchhofes der Kirche von Rabenkirchen.

  4. Wolfgang Dase

    Dann ist der Ort Rabenkirchen-Faulück.

  5. Wolfgang Dase

    Die Steine des Riesen von Ulsnis.

  6. Konrad Reinhardt

    Nebenpforte Kirche Rabenkirchen

  7. admin

    Bisher wurde zweimal der richtige Orstname genannt und einmal die Stelle, an der dieses Foto entstand, exakt beschrieben. Aber von der Lösung sind auch diese Antworten noch ganz weit entfernt.
    Deshalb ein paar nähere Hinweise, ohne die die Aufgabe wohl nicht lösbar sein wird.
    1. Wolfgang Dase sind „die steinmetztechnisch bearbeiteten Teile links und rechts der Torpfosten“ aufgefallen und ich habe darauf geantwortet, dass es genau um diese geht.
    2. Wieso finden sich diese Steine – die wahrscheinlich gar nicht „bearbeitet“ wurden – in einer „literarischen“ Beschreibung wieder? Was kann das für ein Text sein? Jedenfalls ist es kein Roman und auch nichts Wissenschaftliches, sondern eine irgendwann schriftlich festgehaltene alte „Überlieferung“, in der die Steine, ihre Herkunft und ihre Bedeutung beschrieben sind.
    3. Die Geschichte ist – wenn auch nicht ganz leicht – durchaus auch im Internet auffindbar. Wobei es natürlich hilfreich ist, wenn man schon mal den Ortsnamen kennt.
    4. Der Ort kam hier vor nicht allzu langer Zeit schon zweimal vor, einmal in Zusammenhang mit Heinos Vater und einmal auf der unendlichen Doppeleichen-Suche von Holger.

  8. Wolfgang Dase

    Einfriedung der St. Wilhadi Kirche in Ulsnis.

  9. Maren Sievers, geb. Bonau

    Schaalby

    1. Michaela Fiering

      Viel zu weit, von Kappeln, entfernt.

  10. Wolfgang Dase

    Die Trümmersteine hatten wohl früher einen anderen Zweck. Besonders die steinmetztechnisch bearbeiteten Teile links und rechts der Torpfosten. Eine abgerissene Mühle, Guts- oder Bahnhof? :?:

    1. admin

      Genau um die beiden „Teile“ geht es!

      1. Maren Sievers, geb. Bonau

        Ammoniten?

        1. Wolfgang Dase

          Sieht eher aus wie Reststücke einer Säule oder eines Frieses. :?:

  11. Wolfgang Dase

    Wg. der Kabel sieht das aus wie ein Elektrozaun. Sehr rätselhaft. :?:

    1. Michaela Fiering

      Es sieht nicht nur aus wie ein Elektrozaun, es ist einer ! :)

      1. Maren Sievers, geb. Bonau

        Wenn der Elektrozaun nicht wäre,
        würde ich ja sagen, das ist ein privater Friedhof

        1. Hans-Werner Panthel

          Ich denke, dass der Weidezaun so hoch ist, weil dort Ziegen auf den Steinwall klettern. Aber darum geht´s wohl gar nicht.

          1. Michaela Fiering

            Ich denke, dass er wegen der Rehe dort ist.

  12. Konrad Reinhardt

    Ehrenfriedhof Neukirchen

  13. Wolfgang Dase

    Ein Teil des Danewerks?

  14. Angelika Rossen-Bürger

    Rabenkirchen… ,)

  15. Runa Borkenstein

    Steinwall in Rabenkirchen-Faulück (St. Marien,)

  16. Runa Borkenstein

    …gefühlt irgendwo in Rabel…

  17. Maren Sievers, geb. Bonau

    Marienkirche Nübel z.Zt. geschlossen

  18. Katr!n Wummel

    Roest

    1. Katr!n Wummel

      Okok … wer lesen kann, ist klar im Vorteil …

  19. Holger Petersen

    Das ist zweifelsfrei die sog. Nebenpforte auf dem Friedhof von Rabenkirchen. Die historische Bedeutung ist mir nicht ganz klar; jedenfalls führte der dort beginnende bzw. endende Kirchweg direkt zum/vom am Ortsrand belegenen Pastorat. Im September 2017 habe ich dort übrigens auch zwei Fotos gemacht.

  20. Wolfgang Dase

    Geltinger Birk

  21. Regina Blätz

    Rabel?

  22. Heino Küster

    Thorsbergmoor in Süderbrarup?

  23. Angelika Rossen-Bürger

    Das könnte in der Nähe von Gut Roest sein…

  24. Konrad Reinhardt

    Thingplatz Gulde

  25. Maren Sievers, geb. Bonau

    Irgendwo in Arnis ?

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