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Jan 08 2012

Bilderrätsel Nr. 66 – Salon Ebel

Bilderrätsel Nr. 66 - Salon Ebel (ca. 1959)Parallel zum wieder sehr speziellen Lehrerrätsel etwas für die Allgemeinheit.

Bei weitem nicht so schlimm wie der Zahnarzt, aber trotzdem lästig war in meiner Kindheit und Jugend der Gang zum Friseur.

Zuerst war ich bei einem Friseur in der Mühlenstraße, bei dem ich einmal in Abwesenheit des Friseurs von einem fremden, alkoholisierten Kunden mit der Schere so am Ohr verletzt wurde, dass es sehr weh tat und stark blutete. Trotz ein paar Groschen Schmerzensgeld wollte ich dort nicht mehr hin und wurde ab Ende der Fünfziger für mehr als zehn Jahre Stammkunde im Salon Nissen in der Schmiedestraße.

Auf dem Foto ist der (Damen-)Salon meines ersten Friseurs abgebildet.

Frage: Wie hieß dieser Friseur-Salon?

Diesmal wurde viel geraten und gemutmaßt. In den Kommentaren wurde zunächst der Salon Ott favorisiert. Es war ja auch sehr schwer. Trotzdem sind einige – spätestens beim dritten Versuch – auf die richtige Lösung gekommen, unter anderem Eckhard Schmidt, Uwe Frye, Rolf Nagel, Sabine Brunckhorst-KleinHeino Küster und Regina Wilke, die sich zunächst völlig verfranzt hatte, obwohl sie den gefragten Ort aus eigener Anschauung kennt:

Meine erste Berufsausbildung habe ich bei Bernd und Christel Amrhein gemacht. Es begann 1978 und war unvergesslich schön. Wir waren 5 Azubis und haben den Umbau auch körperlich miterleben dürfen (wie z.B.: Marmor mit grüner Seife schrubben). Zudem steckte eine ausgelernte Kraft wegen den Wetterverhältnissen im Zug fest (Schneekatastrophe). Der alte Salon wurde übergangsweise genutzt. Das sind meine Gedanken an die liebe Familie Amrhein. Eine sehr, sehr schöne Zeit.

Die Lösungen „Salon Ebeling“ von Birgit Sievers und „Amrhein“ von Runa Borkenstein sind im Prinzip auch nicht wirklich falsch, weil beide zumindest das richtige Geschäft meinten.
Salon Ebel - Anzeige von 1970
Die richtige Antwort lautet: Damen- und Herren-Friseursalon von Erich Ebel in der Mühlenstraße 23.

Besonders witzig fand ich die kleine Geschichte von Rolf Nagel:

Bei Ebel in der Herrenabteilung gab es den Herrn Engel (wohnte „auf Dothmark“), der mir immer einen „Rundschnitt“ verpasste……hahahaha wink . (Einmal hat er mir das Kabel meiner „Höranlage“ durchtrennt…Ich hatte zu der Zeit natürlich keinen „ipod“, aber einen ähnlichen Klotz – „Hörklotz“ – am Hals hängen. In der Hinsicht hatte ich damals ein Alleinstellungsmerkmal und war offenbar der Zeit weit voraus…hahaha).

Vor 1914 hatte in der Mühlenstraße 23 „Tante Maack“ eine Zimmervermietung an Schüler der Landwirtschaftsschule und der Präparandenanstalt. Salon Ebel - Anzeige von 19541926 eröffnete der Friseur Willi Jacobsen hier seinen Friseurladen. Nach seinem Tod führte seine Frau das Geschäft zunächst weiter, bis es von Friseur Gugel übernommen wurde. Diesem wiederum folgte Erich Ebel. In den späten Siebzigern kaufte der Friseur Amrhein das Grundstück, baute das Geschäft um und erweiterte es mit einer Boutique. Heute werden der Friseursalon und die Boutique von Christel Amrhein betrieben.

Nun aber auch noch ein paar Sätze zu anderen Kappelner Friseuren.

Das Foto zeigt den Haarpflegeraum des Damenfrisier- und Kosmetiksalons der Friseurmeister Heinz und Käthe Ott.

Eckhard Schmidt hat im Kappelner Adressbuch von 1954 folgendes gefunden:

Kappeln - Salon Ott (ca. 1959)In der Mühlenstraße 49 haben damals Heinz Ott und eine Witwe Marie Ott (vermutlich die Mutter von Heinz Ott) gewohnt. Heinz Ott hatte damals einen Damensalon der Poststraße 7.

In der Poststraße 9 (also nebenan) hatte Gustav Dorfmann, der Vater von Karl Dorfmann, sein Friseurgeschäft.

Vermutlich nach dem Tode von Marie Ott hat Heinz Ott seinen Damensalon in der Mühlenstraße 49 eröffnet. Ich kenne selber nur das Friseurgeschäft in der Mühlenstraße. 1954 war mein erstes Schuljahr in Kappeln.

Holger Ott, Sohn von Heinz Ott, hatte seinen Friseur-Salon am Rathausmarkt 3.

Nach dem Tode von Holger Ott am 4.5.2011 hat Friseur Dirk Seidel vom ehemaligen Salon Salon Nissen - Anzeige von 1968Nissen in der Schmiedestraße 9 den Salon am Rathausmarkt übernommen.

Der ehemalige Salon Nissen firmiert heute unter dem Namen „Dirk Seidel Damen- und Herrenfriseur two S mode & mähne“.

Der Salon am Rathausmarkt 3 firmiert heute unter dem Namen „Deekelsen-Friseur“ (Inhaber Dirk Seidel).

Karl Dorfmann hatte sein Friseurgeschäft bis zum Tod seines Vaters Gustav in Arnis. Karl Dorfmann war mein erster Friseur in Arnis.

15 Kommentare

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  1. Heino Küster

    …eben fällt’s mir ein…
    Moin Achim,
    das müsste Salon Ebel sein, da war ich, nachdem wir nach Kappeln gezogen waren (1963), auch.
    Mein erster Friseur war allerdings Petersen in der Flensburgerstraße in Mehlby: gängige Fason war für Jungs damals der „Pisspottschnitt“.

    LG
    Heino

  2. Regina Wilke

    Ebel

  3. Sabine Brunckhorst-Klein

    Hallo Achim,
    ich erinnere mich daran, dass es einen Salon „Ebel“ in Kappeln gab. Keine Ahnung wo, keine Ahnung wann, aber der Name fiel hier noch nicht. Hilft uns das weiter?
    Lg, Sabine

  4. admin

    Nicht schlecht, Runa. Der Laden ist richtig, aber zu meiner Zeit wurde er noch von einem anderen Friseurmeister betrieben.

  5. Rolf Nagel

    Hallo, könnte das „Salon Ebel“ gewesen sein, der später „Amrhein“ wurde ? – Bei Ebel in der Herrenabteilung gab es den Herrn Engel – (wohnte „auf Dothmark“) – , der mir immer einen „Rundschnitt“ verpasste……hahahaha ;-) . ( Einmal hat er mir das Kabel meiner „Höranlage“ durchtrennt…Ich hatte zu der Zeit natürlich keinen „ipod“, aber einen ähnlichen Klotz – „Hörklotz“ – am Hals hängen. In der Hinsicht hatte ich damals ein Alleinstellungsmerkmal und war offenbar der Zeit weit voraus…hahaha )

  6. Runa Borkenstein

    Amrhein?

  7. Uwe Frye

    Salon Ebel

  8. admin

    Leider nein.

  9. Regina Wilke

    Friseur Nieveller

  10. admin

    Hallo Regina,
    ich hatte es im vorherigen Kommentar schon geschrieben: Ott war nicht der Friseur, den ich meine, tut mir leid.
    Versuch’s einfach weiter!
    Achim

  11. Regina Wilke

    Achim, da hast du wohl beim Friseur Nieveller nicht still gehalten oder einfach keine Lust auf Haare schneiden gehabt.
    War anschließend Friseur Raav in dem Gebäude? -dann Immobilien Raav.
    Heinz und Käthe Ott hatten ihren Friseur Salon in der Mühlenstrasse und ihr Sohn Holger in der Schmiedestrasse.

  12. Eckhard Schmidt

    Dann gab es noch in der Mühlenstraße 23 den Damen- und Herren-Frisier-Salon von Erich Ebel. Frau Ebel hatte später auch einen kleinen Damen-Frisier-Salon in Arnis.
    Ich hoffe ich habe jetzt den richtigen Friseur erraten.

  13. Birgit Sievers

    Hi, Achim, gab es nicht einen Salon Ebeling? L.G.

  14. admin

    Hallo Eckhard,
    wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, war der Salon Ott in der Poststraße und nur seine Wohnung in der Mühlenstraße, oder wie?
    Ich meine auch, Ott war ein reiner Damensalon, kann mich aber täuschen. Eines ist jedenfalls sicher: Ott war nicht mein Friseur!
    Viel Glück beim weiteren Recherieren!
    Achim

  15. Eckhard Schmidt

    Das müsste der Friseur-Salon Ott in der Mühlenstraße 49 gewesen sein.

    Laut Adressbuch von 1954 hatte Heinz Ott damals seinen Damen-Salon in der Poststr. 7 und seine Wohnung in der Mühlenstraße 49.
    Ich selber kann mich nur an einen Friseur Ott in der Mühlenstraße erinnern.

    Holger Ott Sohn von Heinz Ott hatte seinen Friseur-Salon am Rathausmarkt 3.

    Nach dem Tode von Holger Ott am 4.5.2011 hat Friseur Dirk Seidel vom ehemaligen Salon Nissen in der Schmiedestraße 9 den Salon am Rathausmarkt übernommen.

    Der ehemalige Salon Nissen firmiert heute unter dem Namen „Dirk Seidel Damen- und Herrenfriseur two S mode & mähne“.

    Der Salon am Rathausmarkt 3 firmiert heute unter dem Namen „Deekelsen-Friseur“ (Inhaber Dirk Seidel).

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