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Feb 18 2012

Bilderrätsel Nr. 82 – Hinnekockstieg

Wir hatten lange kein Schilderrätsel mehr, hier ist mal wieder eines.

Frage: Wie lautet die korrekte Aufschrift auf diesem Schild?

Bilderrätsel Nr. 82

22. Februar 2012

Nach verhaltenem Beginn und einigen missglückten Rateversuchen kam am Ende gleich ein ganzes Dutzend richtiger Antworten zusammen, und zwar von Eckhard Schmidt, Heino Küster, Manfred Rakoschek, Dieter Tikovsky, Rolf Nagel, Hartmut Stäcker, Regina Wilke, Holger Detlefsen, Holger Petersen, Runa, Hartmut Hein und Peter Gille.

Die Lösung lautet: Hinnekockstieg

Kappeln - Hinnekockstieg - Foto: Manfred Rakoschek (1968)

Herbststimmung im Seglerhafen des ASC: die Blätter beginnen zu fallen. Bald werden auch die noch verhältnismäßig zahlreichen Boote das schützende Winterquartier aufsuchen. (Schlei-Bote vom 3. Oktober 1968)

Das Schild steht am Anfang des Wanderwegs an der Schlei, der beim ASC-Clubhaus beginnt, durch die Grünanlagen zwischen Nestle-Weg und der Schlei führt und früher bei der alten Mülldeponie – Hinnekocks „Arbeitsplatz“ – endete. Hinnekock sorgte auch in den „Anlagen“ für Ordnung und Sauberkeit und verscheuchte uns Kinder in den fünziger Jahren schimpfend und mit seinem Stock drohend, egal was wir dort trieben. Insofern decken sich meine Erinnerungen mit denen von Rolf Nagel, obwohl bei mir einiges erst durch dessen Schilderungen wieder hochgekommen ist.

Kappeln - Hinnekockstieg (1969)Dass das Schild ursprünglich zunächst einfach ohne Genehmigung aufgestellt wurde und dass Hinnekocks Frau „Schwarzwaldmädel“ genannt wurde, wusste ich allerdings noch nicht – und auch nicht, wie ich kürzlich in den Erinnerungen von Peter Hansen gelesen habe, dass seine Tochter von den anderen Kindern „Hinnekokkeline“ gerufen wurde.

Vielen Dank für die Informationen, Erinnerungen und netten Geschichten, die in euren Kommentaren enthalten sind.

Kappeln - Hinnekockstieg - Foto: Dirk H. Rahn (2012)Erfreut habe ich festgestellt, dass es den „Wegweiser“ immer noch gibt. Anscheinend wird das handgeschnitzte Holzschild sogar liebevoll gepflegt, da es laut Eckhard Schmidt in jedem Herbst eingelagert und im Frühjahr wieder neu montiert wird. Auf seinen Internetseiten hat Eckhard das dokumentiert, und zwar 2006 und 2007. (Wenn ich eine Seite übersehen habe, bitte melden, dann ergänze ich sie.

Als „literarische“ Quelle habe ich nur eine Schilderung aus dem Kappelner Stadtarchiv gefunden:

Hinnekock, der als Kappelner Original galt, hieß eigentlich Heinrich Wilhelm Hinrichsen. Er hat von 1873 bis 1963 gelebt. Nachdem er die Tochter des Fuhrmannes Peter Koch geheiratet hatte, verkürzte man im Volksmund „Hinrichsen“ zu „Hinne“ und hängte den Geburtsnamen der Ehefrau „Kock“ hinten an. Der Fußweg an der Schlei, besonders der anschließende Müllberg war seine letzte Wirkungsstätte. Er sorgte auf seine originelle Art in dem Bereich für Ordnung.

Der Text stammt aus dem Artikel „Kappelner Persönlichkeiten in Straßennamen verewigt“ von Hans-Peter Wengel, den er anhand der Straßennamenzusammenstellung von Klaus Rethwisch verfasst hat.

24 Kommentare

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  1. Gille, Peter

    Die korrekte Aufschrift lautet „Hinnekockstieg“.

  2. hartmut hein

    Das ist der sogenante Hinne Kock Stieg .
    Hinne Kock war der Müllbergwächter und ein Kappelner Orginal ,seine Frau war
    das sogenannte Schwartzwaldmädel. Der Müllberg war damals auf dem
    Gelände der heutigen Mittelmannwerft.

  3. Runa Borkenstein

    Vielen Dank an Eckhard für die Admin-Assistenz!
    Zum einen, weil alle Recherchen vorher ein „trübsinniges Fischen im Nebel“ waren
    und zum anderen weil ich durch den Hinweis auf die Spur einmalig schöner Bilder von „Kappeln, unserer Perle“ gekommen bin.
    Es handelt sich also um die Aufschrift „Hinnekockstieg“, ein lohnendes Ausflugsziel für den Sommer 2012…

  4. Holger Petersen

    Schade, ein wenig trauer ich noch um meine Literatur-Lösung, die einen spannenden Bogen von dem Seefahrer J. Ringelnatz zum Alabama-Song von Brecht geschlagen hat: „show me the way to the next whisky bar…“ (ich habe die Stimme von Jim Morrison noch im Ohr).

    Vorzeitig verworfen habe ich freiwillig noch folgende Ideen:
    „Vi taler dansk“ (macht nur Sinn vor Geschäften) sowie
    „3 geteilt ? niemals !“ (war deutlich grösser; und welche Person betreffend?)

    Ich glaube, Eckhards Hilfestellung war erfolgreich. Denn mein ultimativer Tipp lautet, nachdem mir auf seinen Seiten vor lauter Masten fast schwindelig geworden ist: HINNEKOCKSTIEG.
    Eine Anekdote zu diesem „Original“ kann ich allerdings nicht liefern, da ich ihn als Fahrschüler meist nur aus den Augenwinkeln im Hafenbereich wahrgenommen habe. Ich glaube, er wurde häufig von den Kindern geärgert.

  5. Holger Detlefsen

    Das ist der „Hinnekockstieg“. Das Schild steht vor dem ASC-Klubhaus.
    Diesen Weg ist Hinne Kock damals immer gegangen, wenn er sich auf den Weg
    zur Müllkippe gemacht hat. Leider ist mir im Moment der Name entfallen, wer
    den Wegweiser gemacht hat. Ich weiß nur noch, dass er in der Königsberger
    Straße wohnte. Er hat das Schild zunächst auch ohne Genehmigung einfach aufgestellt. Allerdings hat die Stadt diese dann nachträglich erteilt.

    1. Holger Witte

      Hallo,
      ich bin durch Zufall auf diese Seite gekommen, aber der dieses Schild im Original geschnitzt hat, wohnte tasächlich in der Königsberger Straße und war mein Opa, Oskar Krabbenhöft. Er war auch Jahrelang hafen meister und Betreiber des ASC-Clubs.
      LG
      Holger Witte

  6. Holger Petersen

    Ich hänge mich jetzt einmal ganz weit aus dem Fenster. Der Hinweis auf die abgebildete Person hat eine reichlich angestaubte Ganglie erregt, die mir einflüstert, es habe am Segler-Hafen ein hölzerners Schild mit der Aufschrift „Daddeldu“ (mit oder ohne Kuddel) gegeben. Dies würde Sinn machen als Hinweis für ortsunkundige Freizeitkapitäne auf einen sicheren Landgang.

    Eine benachbarte Ganglie ähnlichen Zustands will sich erinnern, dass die Bar des nahen Strandhotels ebenso hiess, so dass die Hinweistafel in Richtung Erfrischungsgetränke einen zusätzlichen Sinn bekommen würde.

    Falls ich völlig daneben liege, beanstande ich natürlich (rückwirkend) das Fehlen einer derartig sinnvollen Beschilderung!

    1. admin

      Deine Beanstandung wurde registriert.
      Das Schild gibt’s noch, das Daddeldu leider nicht. :cry:
      Also nochmal zur Klarstellung: es handelt sich sozusagen um ein „Straßenschild“, aber nicht für eine Straße, sondern für einen Fußweg.

    2. Eckhard Schmidt

      Hallo Holger,

      ich könnte etwas helfen, wenn Achim es erlaubt.
      Das Schild habe ich in einem Fotobeitrag auf meiner Webseite abgelichtet.

      Noch zwei Hinweise, um das Schild zu finden.
      1. Das Schild wird in jedem Frühjahr von den ASC-Mitgliedern nach der Winterpause aufgestellt und im Herbst wieder abgebaut.
      2. Der ASC feierte vor einigen Jahren ein großes Jubiläum.

      In diesem Jahr wird das Schild am 24. März wieder aufgestellt werden.

      1. admin

        Hallo Eckhard, es gibt schon einige richtige Antworten und sehr hübsche Geschichten zu diesem Rätsel, weshalb ich es eigentlich heute auflösen wollte. Nach deinen Hinweisen warte ich jetzt noch einen Tag, vielleicht kommen jetzt ja noch ein paar mehr auf die Lösung. :idea:

  7. Regina Wilke

    Hinnekockstieg

  8. Hartmut Stäcker

    Die Person ist ein Mann von hinten.
    Deshalb letzter Versuch: Hinnekockstieg

  9. Rolf Nagel

    Ich bin auf der Dothmark aufgewachsen. Nur wenige hundert Meter von der Schlei und den ASC – Brücken entfernt. – So war in meiner Kindheit die Grünzone entlang der Schlei zwischen ASC und den Feuchtwiesen , die sich damals westlich hinter den Nestlewerken Richtung Arnis und der Firma „Ortopedia“ erstreckten ein bevorzugtes Spielgebiet. Die Grünanlagen – genannt „Anlagen“ – waren damals ein wunderbares, grünes Dickicht zum Höhlen bauen ; bevorzugt in den alten Bäumen. – „Jemand“ , der das gar nicht gern sah und mit regelrechten Wutanfällen und Beschimpfungen darauf reagierte, war ein alter Mann mit Krückstock, der fast täglich die „Anlagen“ ablief. Dieser Mann mit seinem roten , für uns damals auch „bösen“ , Gesicht wurde „Hinnekock“ genannt. Er wohnte übrigens mit seiner Frau , die im Gegensatz zu ihm eine ganz freundliche alte Frau war, im dem großen Gebäude am Hafen neben dem Leuchtturm. Dieses Gebäude wurde leider – wie so vieles in Kappeln – später abgerissen. Heute befindet sich dort der „Transit-Handel Prätorius ; soviel ich weiß. – „Hinnekock“ wurde später in Form des geschnitzten Wegweisers an der ASC – Brücke ein Denkmal gesetzt, und so heißt es natürlich nicht „Schulzeitreisen“ ;-); sondern „Hinnekockstieg“ .

    1. Rolf Nagel

      Noch ein Zusatz zu „Hinnekock“ : Ich meine mich zu erinnern, das es sich um das Ehepaar „Hinrichsen“ handelte. Hinne..(kock) von Hinrichsen abgeleitet….? – Die beiden besaßen damals – Anfang der 60er – eine wohl aus Altersgründen total verwilderte Kleingartenparzelle in dem Gartengebiet, das sich damals am westlichen Ende des Nestle Grundstückes anschloss und direkt an den Gleisen der Kleinbahn nach Schleswig grenzte. Dort verlief auch ein kleiner Fussweg der von der Königsberger Straße (Dothmark) über die Gleise hinunter zur Schlei und den sogenannten „Nestle Baracken“ (abgerissen ) verlief. Der Weg hatte damals keinen offiziellen Namen; inoffiziell war es für einige Dothmarker der „Schweinemilchweg“ . Das zu erklären führt hier zu weit ab. – Es gibt ihn aber heute noch. Ob er nun einen richtigen Namen hat ?? „Hinnekock“ jedenfalls war damals ein alter, aggressiver Mann, der wohl auch ein Alkoholproblem hatte. Er war aber ein selbsternannter Hüter von „Ordnung“ am Schleiufer. Da hätte er heute seine Freude. So wie es dort jetzt leer und langweilig aussieht…Seine liebe Frau habe viel unter ihm gelitten; erzählte „man“ sich damals. Ich habe die Frau in den 60er Jahren sogar einmal in deren kleiner Wohnung am Hafen besucht. Der Zusammenhang ist mir aber nicht mehr erinnerlich. Es sind schon „Zeitreisen“, die hier ausgelöst werden…. :-)

  10. Hartmut Stäcker

    Wenn der Weg das Ziel ist, dann vielleicht „Wanderweg nach Arnis“?

    1. admin

      Bei dem Spruch ging es um das „Ziel“ der Aufgabe, also der Lösung, nicht des Weges – deshalb die Anführungszeichen.

  11. Almut Langenfeld, geb. Weiland

    Deine kryptische Antwort bringt mich auf die Idee: Ist die Aufschrift vielleicht „Nestleweg“?

    1. admin

      Hallo Almut, der Nestle-Weg liegt nah, aber nur räumlich! Dass es bei der Lösung um einen „Weg“ geht, hast du richtig herausgelesen. Dummerweise kommt allerdings das Wort „weg“ in dem Namen nicht einmal vor.
      Kleiner Tipp: Links neben dem Namen erkennt man den Umriss einer Person. Nach dieser ist der „Weg“ benannt.

  12. Dieter Tikovsky

    Die Figur auf dem Schild sieht aus wie Hinne Kock – also „Hinnekockstieg“.

  13. Manfred Rakoschek

    moin, ick wull meen,
    dat is Hinnekockstieg
    ünnen an de schlie –

    lang nich mehr seen
    mit mien kappeln-phobie!
    mani mit reim-manie

  14. Hartmut Stäcker

    ASC-Restaurant

    1. admin

      :-( Der Weg ist das „Ziel“!

  15. Heino Küster

    Moin Achim,
    das ist der „Hinnekok-Stieg“, neben „Mienkahn“ eines der Kappler Originale. Hinnekok hat uns regelmaessig zusammen gesch…, egal, was wir Kinder taten, er verbot es uns und drohte nachhaltig mit seinem Stock. Es hatte immer Wirkung.
    LG
    Heino

  16. Eckhard Schmidt

    Aufschrift auf dem Schild: Hinnekockstieg

    Siehe auch meinen Fotobeitrag (die vier letzten Bilder):
    http://www.kappeln-eschmidt.de/seiten/2007_03_24-1/2007_03_24-1.htm
    Karl Dieter Kohl präsentiert das Hinnekock-Schild und befestigt es am Pfahl.

    Siehe auch Stadtarchiv:
    http://www.stadt-kappeln.de/media/custom/1760_208_1.PDF?1264574402

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