Sep 10 2021

Bilderrätsel Nr. 614 – Ford Hansen

Ein sommerliches Foto – vor sieben Jahren in Kappeln aufgenommen von Runa Borkenstein.

Frage: Welches Gebäude sehen wir im Hintergrund?

Ford Hansen

Bilderrätsel Nr. 614 - Foto: Runa Borkenstein (04.07.2014)

Der Blick der Fotografin geht von der Weide bei den Wohnmobilstellplätzen auf dem ehemaligen Gelände der Ziegelei Ancker hinüber zur Wassermühlenstraße 55, wo die Firma Günter Hansen GmbH & Co. KG seit 1972 ihren Automobilhandel betreibt.

Da das schon nach meiner Kappelner Zeit war, hat es mich erstaunt, wie schnell und sicher „Ford Hansen“ erkannt wurde, und zwar von Maren Sievers, Hans-Werner Panthel, Hauke Marten, Konrad Reinhardt, Heino Küster, Michaela Fiering und Ingwer Hansen.

Kappeln - Ancker-Gelände - Foto: Runa Borkenstein (04.07.2014)

Kappeln - Ancker-Gelände - Foto: Runa Borkenstein (04.07.2014)

Kein Händler kann heutzutage nur noch Autos verkaufen und reparieren. Zum unverzichtbaren Angebot gehört überall auch ein breit gefächerter Service.

Und wenn eine Firma mit der Zeit geht, ist die eigene Waschstraße sogar mit einer Webcam ausgestattet, damit der Kunde schon bei der Anfahrt auf seinem Display jederzeit sehen kann, wie groß der Andrang gerade ist. mindblown-alt

Allerdings muss die Ansicht (wie bei den meisten Webcams) zunächst per F5-Taste oder Neuladen-Button aktualisert werden, um auf dem neusten Stand zu sein.

Ob das nun der „Bringer“ ist, weiß ich nicht. Aber immerhin eine originelle Idee! lol

Ford Hansen - Waschstraße - Webcam

Sep 07 2021

Kappuzzle® 714 – Juso-Sticker

Vor 50 Jahren ~ aus meinem Tagebuch ~

Kappeln 1971

Was ist das und was steht drauf?

Aufkleber zur Landtagswahl 1971

Kappuzzle® 714 - Juso-Sticker (1971)

Am 25. April 1971 war Landtagswahl in Schleswig-Holstein.

Ich – damals noch Wochendend-Kappler und immer noch Wochenend-Juso unter meinem ehemaligen Musiklehrer und inzwischen SPD-Vorsitzenden Siegmund Köhl – habe seinerzeit zusammen mit anderen „Genossen“ diverse Stromkästen und Telegrafenmasten in Kappeln mit solchen Aufklebern – heute „Sticker“ – verunstaltet.

Zeitungsanzeige 1971

Wenn ich nicht so ein glühender Jochen Steffen-Fan gewesen wäre, hätte ich damals mein SPD-Engagement schon lange eingestellt – zumal ich meine politischen Antennen schon in andere Richtungen ausgestreckt hatte.

SDAJ-Sticker (1971)

Dabei war ich auch SDAJ-mäßig höchstens ein Sympathisant – insbesondere wegen der vielen kulturellen Veranstaltungen – und habe mich 1972 konsequent gegen eine Mitarbeit dort und auch in allen anderen politischen Zirkeln und Gruppierungen entschieden.

Als meine Lieblingsbarden Franz-Josef Degenhardt und Hannes Wader Ende der Siebziger der DKP beitraten, war ich hochgradig entsetzt und habe ihre Musik lange gemieden.

Degenhardt – SPD-Mitglied seit 1961 – hatte schon zur Landtagswahl 1971 in Schleswig-Holstein zur Wahl der DKP aufgerufen – was ihn dann sein SPD-Parteibuch kostete.

Damals fand sich solche Sichtweise allerdings auch in meinem Tagebuch:

15. April 1971

Heute war ich auf einer SPD-Wahlveranstaltung mit MdL Schulz (Eckernförder Bürgermeister).

Zum ersten Mal habe ich auf so einer öffentlichen Veranstaltung überhaupt einmal etwas gesagt und bin total frustriert worden, weil mir zu der Zeit und an dem Ort nicht die Möglichkeit gegeben war, das Gesagte stichhaltig zu untermauern und zu belegen.

Die Frage „Wie verhält sich die SPD, wenn die DKP in den Landtag einzieht?“ wurde mit viel Emotion und dann mit einem klaren „nein“ beantwortet, was eine Linkskoalition angeht.

Da kamen Dinge wie „russische Kriegsgefangenschaft“, „man muß ihnen politischen Irrtum zugestehen“, in zehn Jahren sind sie auch etabliert“, „die Jugend brauchte schon immer etwas, wofür sie kämpfen konnte“, „die KPD ist Schuld am Hitlerfaschismus (durch gemeinsame Sache der KPD mit SPD und Zentrum hätte die NSDAP ihren Kandidaten nicht durchbekommen, aber die KPD war ja zu stolz und mußte einen eigenen Kandidaten aufstellen!)“ und die Feststellung „Wir wollen Demokratie und nicht Diktatur“ (Schulz: „linker Faschismus“).

Dann die „sachliche“ Begründung:
Die DKP macht mit der KPdSU und der SED gemeinsame Sache. Die SPD („Jochen“) hat sich klar gegen „Kommunismus“ (gemeint war „Sozialismus“) abgegrenzt.

Aber: „Die DKP ist die einzige Arbeiterpartei.“ – belegt mit dem Beispiel: „Bei den Lohnunruhen 1970 hat die DKP immer wieder die Arbeiterinteressen unterstützt und ihre Forderungen befürwortet (z. B. in Betriebszeitungen), während das SPD-Organ „Nord-Woche“ sich 7 Wochen lang ausgeschwiegen hat.“

Schulz: „Diese und solche Argumente höre ich immer wieder aus bestimmten Kreisen. Tatsache ist, dass die SPD immer auf der Seite der Arbeiter gestanden hat.“

Ich: „Das ist falsch.“

Schulz: „Hören Sie auf, solchen Unsinn zu reden. Wenn ich sage: diese Wand ist weiß mit Blumen, sagen Sie: die Wand ist schwarz ohne Blumen. Und sie ist doch weiß mit Blumen.“ …

Ich hatte mir schon vorgenommen, vielleicht doch nicht zur SDAJ zu gehen und vielleicht doch SPD zu wählen, werde meiner derzeitigen politischen Überzeugung aber konsequent nachkommen.

Ansonsten bin ich gespannt, wie der Schlei-Bote den von mir dargestellten DKP-Disput in seinem Bericht bewertet, schildert oder überhaupt berücksichtigt.

[Es gab keinen Bericht im Schlei-Boten.]

Jetzt das Wahlergebnis:

CDU 51,87 % | SPD 40,99 % | FDP 3,81 % | SSW 1,39 % | NPD 1,32 % | DKP 0,37 % | EP 0,25 %

Obwohl ich – aus Solidarität zu meinen Kappler Genossen und zu „Jochen“ dann doch SPD gewählt habe, konnte die CDU erstmals die absolute Mehrheit im Land erringen und erzielte ihr bis heute bestes Ergebnis in Schleswig-Holstein.

Die DKP ging völlig unter und FDP und NPD verfehlten den Wiedereinzug ins Parlament, so dass neben CDU und SPD nur der „ewige“ SSW-Abgeordnete Karl Otto Meyer dem Landtag angehörte.

Gerhard Stoltenberg wurde zum Ministerpräsidenten gewählt.

Der „rote Jochen“ blieb bis noch bis 1973 SPD-Vorsitzender und Oppositionsführer, zog sich aber nach seiner erneuten Niederlage aus der Politik zurück – um kurz darauf als Kuddl Schnööf zu reüssieren. Dafür erhielt er 1978 sogar den Deutschen Kleinkunstpreis.

Jochen Steffen & Kuddl Schnööf - LP 1973

Mir selbst wurde die Parteimitgliedschaft übrigens nicht entzogen. Ich gab mein SPD-Parteibuch – damals konsequenter Weise – von mir aus zurück.

Ach ja – meine persönliche Meinung zu dem Sticker habe ich seinerzeit direkt darunter in mein Tagebuch geschrieben

Tagebuch-Kommentar 1971

Zugegeben ein etwas ungewöhnliches Rätsel, aber originell und sogar ein bisschen aktuell, obwohl es schon ein halbes Jahrhundert her ist.

Richtige Antworten „gewählt“ wink haben Konrad Reinhardt, Heino Küster, Maren Sievers und Runa Borkenstein.

Sep 04 2021

Kappuzzle® 713 – Briefmarken-Werbeschau

Vor 55 Jahren

Diese Postkarte ist mit einem Sonderstempel der Deutschen Bundespost vom 4. September 1966 versehen.

Aus welchem Anlass?

Briefmarken-Werbeschau

Kappuzzle® 713

Seit meiner Kindheit habe – wie in den 50er-Jahren viele andere Kinder – Briefmarken gesammelt.

Ob ich zuerst in Detlefsens Gartennische in der Friedrich-Hebbel-Straße Skatspielen gelernt oder mit dem Briefmarkensammeln angefangen habe, weiß ich nicht mehr. Schon damals geschah vieles zeitgleich.

In den frühen Sechzigern gehörte ich dann zum „Verein der Briefmarkenfreunde – Kappeln und Umgebung“.

Regelmäßig trafen wir uns im „Vereinsraum“ im Strandhotel (das sind die Fenster links neben dem Eingang) zum Tauschen und Unterhalten.

Kappeln - Strandhotel (1960)

Da wir drei oder vier Jungs als Nachwuchs von den Honoratioren wie Amtsgerichtsrat Lindig ernst genommen und gut behandelt wurden, war es eine tolle und z. T. spannende Zeit.

Eine schöne, aber zugleich auch eine verrückte Zeit – wenn man bedenkt, dass ich „parallel“ zu meinen „gewachsenen“ philatelistischen Ambitionen inzwischen ganz neue Interessen hatte und die Beatmusik über kurz oder lang alles Andere dominierte und ich auch die entsprechenden (Tanz-)Veranstaltungen im Strandhotel direkt im Saal nebenan besuchte.

Dass breit gefächerte Interessen sich nicht im Wege stehen müssen und man vieles gleichzeitig mit der gleichen Begeisterung betreiben kann, wenn die Seele es möchte und die Energie reicht, wurde mir erst später bewusst.

Zurück zu den Briefmarken.

Sonderstempel 1966

1966 veranstaltete unser Verein eine große Briefmarken-Ausstellung einschließlich „Großtauschtag“ im Strandhotel – da wo sonst geschwoft wurde wink – und ich durfte einen kleinen Anteil dazu beitragen.

Was hatte ich zu bieten, was die anderen „gestandenen“ Sammler nicht hatten? Sperrwerte!

Eine besondere Art der Devisenbeschaffung der DDR war damals die ständige Ausgabe von neuen Briefmarkenserien. Jeweils eine Marke der „Sätze“ wurde dabei als „Sperrwert“ in kleinerer Auflage produziert und war deshalb besonders wertvoll und nicht so einfach zu bekommen.

In den frühen Sechzigern hatte ich einen Deal mit meiner Tante Ruth. Sie schickt mir alles, was sie auf dem Postamt in Rostock kriegen kann und bekommt dafür von mir persönlich ein Extra-Weihnachtspaket – das mich ungefähr das halbe Taschengeld eines ganzen Jahres kostete.

So konnte ich 1966 einige komplett bestückte DDR-Blätter aus meinem Leuchtturm-Album auf der Ausstellung präsentieren und war mächtig stolz darauf.

Obwohl die meisten Besucher sich dann doch eher für die Nachkriegsmarken der Deutschen Bundespost (Berlin) interessierten – und einige Adolf-Rarititäten gab es natürlich auch noch zu bestaunen.

Das Ganze nannte sich offiziell „Briefmarken-Werbeschau“ und ich bin wegen meines bescheidenden Anteils bis heute leicht angerührt davon, dass dieser kleine Kappelner Verein damals die Bundespost zu einem Sonderstempel bewegen konnte.

Der philatelistische Background des Rätsels wurde aufgedeckt von Hauke Marten, Konrad Reinhardt, Heino Küster und Hans-Werner Panthel.

Sep 01 2021

Bilderrätsel Nr. 613 – Arnis

Etwa 1958 entstand dieses Foto von Fritz Reinhardt.

Frage: Wo hat er es aufgenommen?

Alter Damm

Bilderrätsel Nr. 613

Das Foto zeigt Frau Reinhardt, zehn Jahr später „unsere“ Kirchenchor-Leiterin. Sie genießt die Ruhe auf dem Alten Damm in Arnis westlich des Strandbereichs.

Auf dem Schwansener Ufer wurde sogar die Schwonsburg entdeckt, auf die ich auf jeden Fall irgendwann noch einmal umfassend zurückkommen möchte. (Vielleicht hilft mir mal jemand?)

Eine halbverfallene Strohdachkate bei Winnemark wurde in jahrelanger Arbeit von dem tapferen Künstlerehepaar zu einem Haus mit starken individuellen Zügen ausgestaltet. Mit dem Haus waren die Wurzeln in diese Landschaft gesenkt , die dann entscheidend das künstlerische Schaffen prägte.
(„Die Heimat“ – Heft 7 – Juli 1959)

Die Antwortpalette reichte von solchen genauen Beobachtungen und Beschreibungen bis einfach „Arnis“. Richtig getippt haben Heino Küster, Holger Petersen, Maren Sievers, Angelika Rossen-Bürger, Michaela Fiering, Runa Borkenstein, Hans-Werner Panthel und Harro Mehne.

Aug 26 2021

Bilderrätsel Nr. 612 – Roester Linden

Ein Riesenbaum!

Frage: Was ist das für einer und wo steht er?

Bilderrätsel Nr. 612

… oder sind es vielleicht sogar zwei? Irgendwie kommt mir das Ganze bekannt vor. wink

Bilderrätsel Nr. 612

29. August 2021

Ergänzend gibt’s hier eine Blattprobe zur Bestimmung der Baumart.

Bilderrätsel Nr. 612

Ob der Zweig auf einer Sitzbank liegt, weiß ich nicht, aber vielleicht hilft beim Größenvergleich der Pott weiter. wink

Bilderrätsel Nr. 612Bilderrätsel Nr. 612

Nicht einer, nicht zwei, drei oder gar vier – es sind fünf, nämlich die

„Hexenbäume“ auf Gut Roest

Die Geschichte, wie diese Bäume es nach den Kappuzzles 81 und 233 erneut zu einem Schulzeitreisen-Rätsel geschafft haben, ist nicht so spannend wie die eigentliche(n) Geschichte(n) um diese Bäume selbst, aber aktuell und überraschend.

Es begann mit der Ankündigung von Dietrich von Horn, dass er gerade an einem neuen Buch über „Lost and dark places in Schleswig-Holstein“ arbeitet. Kurz darauf erhielt ich von ihm ein aktuelles Foto der „Hexenbäume“ und ein erstes Exposé zu einem Kapitel über diesen Ort, das er in sein Buch aufnehmen wollte.

Nun möchte ich weder dem Buch etwas vorwegnehmen noch mich an der Sage vergreifen. Aber es ließ mir keine Ruhe, mich der mir eigentlich vertrauten Geschichte nochmals zu widmen.

Mein zentrale Idee für eine aktuelle Behandlung des Themas war, die Sage und die Fakten möglichst nicht (wieder) zu vermischen.

Das passt nämlich hinten und vorne nicht und letztlich wäre es schade um die Dokumentation aller drei Aspekte:

  1. Es gab Hexenverfolgungen.
  2. Es gibt die Sage.
  3. Es gibt (die?) Bäume.

Beginnen wir mit Letzteren – also dem eigentlichen Rätselthema.

Ich habe – ein völliger Nebenaspekt – angeregt, die Baumgruppe nicht mehr „Bäume“ zu nennen, sondern endlich einmal ihre Gattung anzugeben, weil das beim Leser authentischer rüberkommt.

Dieser „Nebenaspekt“ hat sich dann irgendwie verselbständigt und inzwischen zu erstaunlichen Ergebnissen geführt.

Erst einmal können wir konstatieren: es sind

Linden!

Um das herauszubekommen, habe ich um fachmännischen Rat gebeten, den man in Kappeln durchaus noch erhält, wenn die Leute gut drauf sind und sich richtig reinhängen.

Ich habe mich über die „externe“ Recherche nicht einfach nur gefreut – ich war hochgradig beglückt! Danke!

Man hat sich dem Objekt nicht nur auf „Tuchfühlung“ genähert, sondern auch alles vermessen – die Umfänge der Stämme sowie deren Abstände und sogar eine Höhenbestimmung vorgenommen, ob die Baumgruppe vom Gut Roest aus sichtbar ist.

Außerdem wurden zur Gattungsbestimmung Blattproben entnommen. Das nenne ich mal wissenschaftliches Arbeiten auf Rente. Großartig!

Ohne alle Details zu nennen, lassen sich die Ergebnisse folgendermaßen zusammenfassen:

Allem Anschein nach handelt es sich um Sommerlinden mit einem Stammdurchmesser – fachmännisch in 1,30 Meter „Brusthöhe“ vermessen – zwischen 51 und 57 cm. .

Eine ungefähre Altersbestimmung ergibt demnach ein Alter von „nur“ etwa 120 Jahren!

Nachdem jetzt auch der Baumabstand bekannt ist, habe ich zum Vergleich die Fotos von Gerd Ahrens aus den Siebzigern (s. Kappuzzle 81) schematisiert und geometrisch eine damalige Stammdicke von etwa 35-40 cm ermittelt. Damals waren die Linden demnach etwa 80 Jahre alt.

Berücksichtigt man die Wachstumsunterschiede der einzelnen Bäume und die Ungenauigkeiten bei der Vermessung der alten Fotos, gestehe ich Abweichungen in der Größenordnung von 10 Jahren in beide Richtungen zu – aber viel mehr auch nicht!

Fazit: Es handelt sich also um etwa 120 Jahre alte Linden – um die Jahrhundertwende gegen 1900 akkurat von Menschenhand als Sechsergruppe gepflanzt. Dass sie der Rest eines gerodeten Waldes sind, ist völlig ausgeschlossen.

Spekulationen, dass der „Innenraum“ möglicherweise als Feier- oder Versammlungsplatz gedient hat oder eine Art „Lustgarten-Anlage“ gewesen sein könnte, bleiben. Aber dass der Standort ausgewählt wurde, um vom Gut aus welchem „Treiben“ auch immer zuzuschauen, ist ebenfalls Unsinn.

Die Höhenvermessung hat ergeben, dass der Platz zwar nicht auf dem höchsten Punkt der engeren Umgebung liegt, es aber eine Sichtachse höchstens zum Dachbereich der höheren Gebäude des Gutes gibt.

Bilderrätsel Nr. 612

Verrückt, oder?

Also alles nix. Nix mit Wald, nix mit Hexen oder Kettenspuren in der Rinde, die man bis vor „einigen Jahren“ angeblich noch erkennen konnte. Alles Fake!

Der Roester „Richtplatz“ befand sich ohnehin woanders, nämlich auf dem „Toppes-Hügel“ („Toppeshy“) in Mehlby – heute Flensburger Straße 40.

Dort wurden u. a. 1632 Anna Stiges aus Kappeln, Anneke Hansen und Anna Nagels und 1641 Ellen Lassen aus Toestrupholz als „Hexen“ verbrannt.

Unter Hinrich Rumohr spielten sich nicht nur die martialischen Hexenprozesse und -verbrennungen auf Gut Roest ab – er war es auch, der den Kapplern den Huldigungseid abverlangte, um sie zu Leibeigenen zu machen. Um sie dazu zu zwingen, ließ er keine Grausamkeit aus: Willkür, Gefängnis und Folter waren an der Tagesordnung, bis der König diesem Treiben unter schwerer Strafandrohung Einhalt gebot.

Mitte des 17. Jahrhunderts war der Spuk dann vorbei – also mehr als 200 Jahre vor der Pflanzung dieser Linden.

Und die Sage?

Die Sage ist bekannt – und die Sage lebt.

Und so ganz bin ich mit mir immer noch nicht im Reinen, was nun stimmt oder zumindest stimmen könnte.

  • Was war zuerst da – die Sage oder die Bäume?
  • Wurde die Baumgruppe bewusst (neu) angelegt, um die Sage am Leben zu erhalten?
  • Warum werden die Bäume mitten auf dem Feld in Ruhe gelassen, aber andererseits touristisch nicht vermarktet?

Was auf jeden Fall bleibt, ist die gezielte Bepflanzug in der 2×3-Form, die bis heute – auch ohne den 6. Baum, der einem Sturm zum Opfer fiel – nicht ihren Reiz verloren hat.

Je nachdem, von wo aus man blickt, sieht man 5, 4, 3 oder nur 2 Bäume – und zwar Linden.

Roest - „Hexenbäume“ 2021Roest - „Hexenbäume“ 2021

Roest - „Hexenbäume“ 2021Roest - „Hexenbäume“ 2021

Hoffentlich ist der touristische Anreiz durch diesen erneuten Beitrag nicht so groß, dass sich demnächst Besucher(-gruppen) nicht nur zu Fuß oder mit dem Rad ranschleichen sondern sich gleich mit ihren SUVs auf den Acker machen.

Aber die Ferien sind – außer in Bayern und BaWü – vorbei und meine Beiträge haben sowieso kaum ein längeres Verfallsdatum als jeder x-beliebige Zeitungsartikel.

Es ist ohnehin nur eine Frage der Zeit, bis irgendwann die ersten Ansichtskarten (hab‘ schon ein paar entworfen – 6-er-Serie – mrgreen ) – und die ersten „Fremden“ erscheinen.

Bis dahin vielleicht sogar ein Tipp für’s nächste SZR-Treffen – wenn ihr euch traut! lol

Ansonsten warten wir mal, was Dietrich von Horn schreibt.

Danke fürs Lesen!

Die Hexenbäume von Roest erraten haben Maren Sievers, Heino Küster und Runa Borkenstein.

Aug 24 2021

Sommerfest 1956

Vor 65 Jahren

Nachdem in den letzten beiden Jahren Schulfeste nicht möglich waren, werfen wir einen Blick zurück auf das

Sommerfest der Klaus-Harms-Schule 1956

~ aus dem Rotstift Nr. 1 – Juni 1956 ~

Der Rotstift - Nr. 1 - Juni 1956Der Rotstift - Nr. 1 - Juni 1956

Der Rotstift - Nr. 1 - Juni 1956Der Rotstift - Nr. 1 - Juni 1956

Von der „Ali Baba“-Aufführung hat Konrad Reinhardt sogar noch zwei Fotos:

Der Rotstift - Nr. 1 - Juni 1956

Der Rotstift - Nr. 1 - Juni 1956

Aug 23 2021

TV-Tipp – Das war klar – oder?

Meine „nostalgische“, aber nicht unkritische Rückschau ist schon lange in eine „Vorschau“ umgeschlagen.

Ich kenne die Mentalitäten, die Leute, wie sie ticken, einige Menschen sogar noch persönlich von früher und die Antriebswurzel, die in Kappeln schon immer alles kaputt gemacht hat, weil es aus der Bevölkerung noch nie wirkliche Impulse gab, diesem Treiben Einhalt zu gebieten: GELD.

Und irgendwann entgleitet den „Verantwortlichen“ dann die Kontrolle. Ein völlig „normaler“ Vorgang.

Deshalb hat mich dieser Beitrag keineswegs überrrascht.

Schleswig-Holstein-Magazin vom 23. August 2021

Ist der Tourismus-Boom zu viel für die Region?

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