Jan 04 2021

Neujahrskonzert 2021 (3)

Da dieser Blog nicht nur meiner Heimatstadt Kappeln, sondern insbesondere auch meiner Schulzeit in den Sechzigern und den gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüchen und hier wiederum in erster Linie der musikalischen Revolution dieser Jahre gewidmet ist, muss ich konstatieren, dass uns jetzt eine weitere große Musikerpersönlichkeit verlassen hat.

Gerry crossed the Mersey

Gerry Marsden

* 24. September 1942   † 3. Januar 2021

Die Beat-Musik der frühen Sechziger brachte eine Reihe von Bands hervor, von denen einige auch langfristig erfolgreich waren.

Viele entstammten der Merseybeat-Szene in Liverpool – so auch Gerry & The Pacemakers, die uns am 4. Dezember 1965 im Beat-Club von Radio Bremen ihren Welthit „Ferry Cross The Mersey“ präsentierten.

Unsterblich wurde der Sänger mit der bereits 1963 veröffentlichten Version des Songs „You’ll Never Walk Alone“ – bis heute die Stadionhymne des FC Liverpool.

Ein weiteres Stück Musik, das perfekt in unsere Zeit(en) passt – wie viele andere alte Songs!

Gerry & The Pacemakers

You’ll Never Walk Alone (1963)
~ Official Video (2012) ~

Jan 03 2021

Neujahrskonzert 2021 (2)

Nun habe ich es doch noch geschafft, ein (immer wieder) in die Zeit passendes Lied aufzunehmen.

1965 war es nach „Mr. Tambourine Man“ der nächste Megahit der „Byrds“, aber den Text geschrieben und gesungen hat Pete Seeger schon 1950, auf Schallplatte veröffentlicht dann allerdings erst 1962.

Adaptiert hat er die Zeilen dieses wunderbaren Songs aus dem Alten Testament.

Alles Weitere findet ihr selbst, sofern es euch interessiert.

Im Gegensatz zu „Mr. Tambourine Man“, das seit über 50 Jahren zu meinem Standardrepertoire gehört, habe ich dieses Lied noch nie zuvor gesungen..

Turn! Turn! Turn!

Pete Seeger (1950) | The Byrds (1965)

Aufnahme: Mad Mantek (2. Januar 2021)

Jan 02 2021

Kappuzzle® 672 – Grillplatz

Auf ein Neues!

Gerade hatte ich noch rumgekramt in der Hoffnung, spontan ein Motiv zu finden, mit dem es hier flott weitergehen kann, da schickt mir Michaela Fiering ein paar Bilder, die sie heute smile gemacht hat.

Was hat sie fotografiert?

Grillplatz am Grauhöfter Weg

Kappuzzle® 672

Der Grillplatz am Grauhöfter Weg kam im letzten Sommer nicht zum Einsatz. Die Corona-Pandemie ließ keine gemeinsamen Grillabende zu.

Die neugestaltete Fläche ist jetzt fast fertig und soll im Frühjahr eingeweiht werden.

Grillplatz - Grauhöfter Weg - Foto: Michaela Fiering (02.01.2021)

Grillplatz - Grauhöfter Weg - Foto: Michaela Fiering (02.01.2021)

Grillplatz - Grauhöfter Weg - Foto: Michaela Fiering (02.01.2021)

Richtig getippt haben Hauke Marten, Regina Blätz, Heino Küster, Runa Borkenstein, Ingwer Hansen, Claus Poppenhusen, Angelika Rossen-Bürger, Konrad Reinhardt, Maren Sievers, Harro Mehne und Katr!n Wummel.

Jan 01 2021

Neujahrskonzert 2021

Eigentlich wollte ich zum Beginn des neuen Jahres etwas Selbstgesungenes bringen, aber weil dafür die Zeit nicht reichte, hier ein Originaltitel aus alten Zeiten, der auch auf meiner Liste stand.

Ton Steine Scherben

Land in Sicht (1974)

Bei Gelegenheit tausche ich das Video aus, denn irgendwo in meinem Archiv gibt es das in besserer Qualität.

Dez 24 2020

Frohe Weihnachten!

Kappeln - Weihnachten 1957

Rodelberg am Hüholz – Weihnachten 1957

Frohe Weihnachten
und ein gesundes neues Jahr 2021

wünschen euch Achim & Hanna

Hier etwas, das ich schon seit meiner Kindheit kenne – und als der legendäre Rudolf Kinau für eine Lesung aus seinen Werken vor fünfzig Jahren nach Kappeln ins Christophorushaus kam, war ich natürlich dabei – und diese Geschichte auch.

Wihnachenobend

Dez 18 2020

Kappuzzle® 671 – Heringszaunpfahl

Was ist denn jetzt los? Doch noch ein Rätsel?

Auch, wenn ich kaum etwas mache, wenn ich nicht voll dahinterstehe, kam mir ein „(Foto-)Angebot, das ich nicht ablehnen konnte“, sehr entgegen, damit der letzte Beitrag in diesem Jahr nicht unbedingt einem New Yorker Friseurladen gehört.

Deshalb gibt es kurz vor Weihnachten noch ein Jahresendkappuzzle®.

Was zeigt es?

fraxinus excelsior cum teredo navalis

„Esche mit Schiffsbohrwurm“
~ Mindestgebot: 2020 € ~ mrgreen

Kappuzzle® 671

Vor einigen Wochen habe ich über den „Rückbau“ des Kappelner Heringszauns berichtet.

Obwohl das ungeübte Auge bis heute kaum einen Unterschied bemerkt, ist der östliche Trichter, also der auf der Ellenberger Seite, inzwischen komplett verschwunden.

Pierspeicher-Webcam-Impressionen

Während der Abrissarbeiten haben Runa Borkenstein und Michaela Fiering den „Polygreifer“ kurz mal erwischt.

„Herinszaungreifer“ - Foto: Runa Borkenstein (07.11.2020)„Herinszaungreifer“ - Foto: Michaela Fiering (09.11.2020)

Wie bei solchen „historischen“ Umbrüchen üblich, waren auch hier gleich „Sammler und Jäger“ am Start, um sich einige von der Exponate zu sichern – so z. B. der Kappelner Sektionsleiter der Schleswig-Holsteinischen Universitätsgesellschaft, der seinem alten Schulfreund Hans-Werner Panthel einen der vom Teredo navalis („Schiffsbohrwurm“ oder „Schiffsbohrmuschel“) geschädigten Pfähle überlassen hat. „Gilt in Kappeln schon als Souvenir.“ Außerdem haben die beiden mal einen durchgesägt.

Heringszaunpfähle

Fotos von Michaela Fiering und Hans-Werner Panthel

Richtig getippt haben Michaela Fiering, Maren Sievers, Konrad Reinhardt, Harro Mehne und Runa Borkenstein.

Thematisch ein schöner Jahresabschluss. Danke euch allen für die Motivation und natürlich für das Material für diesen letzten tollen Beitrag in diesem Jahr!

Flyer des Verschönerungsvereins Kappeln

Dez 03 2020

Nicolaus war beim Friseur

Eigentlich habe ich meine Blog-Aktivitäten für dieses Jahr bereits eingestellt und entschieden, selbst zur Schließung der „Palette“ und zum Menschenschädel-Fund im Jöns-Hof keinen aktuellen Beitrag mehr zu verfassen.

Zu einem dritten Thema, das ich seit kurzem verfolge, sehe ich mich nun aber entgegen meinen Vorsätzen aus Aktualitätsgründen „genötigt“, doch noch kurz ein paar Zeilen zu schreiben.

Es geht um den legendären New Yorker Friseurladen

Astor Place Hairstylists,

der nach mehr als 70 Jahren infolge der Corona-Pandemie (beinahe wink ) schließen musste.

Unser alter Schulkamerad und sporadisch „Mitreisender“ Nicolaus Schmidt hat über den Laden bereits 2013 ein – beim Verlag inzwischen vergriffenes – Fotobuch veröffentlicht.

Astor Place - Buchtitel  (2013)Astor Place · Broadway · New York.
Ein Universum der Friseure

Ganz New York komprimiert in einem Kellerraum, dies ist der Astor Place Barbershop. Hier arbeiten mehr als 50 Friseure, eingewandert aus allen Ecken der Welt ein pulsierendes Leben inmitten von Spiegeln, Friseursesseln aus allen Jahrzehnten, Kellerrohren und Friseurarbeitsplätzen, die wie Kunstinstallationen erscheinen.

1947 von einer sizilianischen Familie gegründet, gehört der Laden heute zu den Geschäften in Manhattan, die durch hohe Mieten zunehmend verdrängt werden. Nicolaus Schmidt zeigt diesen unvergleichlichen Ort hautnah und filmgleich über 155 Fotoseiten. Im Textteil kommt der Starfriseur Udo Walz zu Wort, der sich von dem Projekt begeistern ließ.

Kürzlich überschlugen sich die Ereignisse zu diesem Thema:

Am 22. November brachte DER TAGESSPIEGEL einen ganzseitigen Nachruf auf den legendären Barbershop – mit Erinnerungen und Fotos von Nicolaus Schmidt.

Als ich Astor Place im Frühjahr 2012 das erste Mal betrat, wusste ich, dass ich mein ursprüngliches Projekt vergessen konnte. Eigentlich hatte ich vorgehabt, Friseure in Berlin und New York zu porträtieren. Doch als ich die Treppe herunterkam, tat sich mir in dem Keller im East Village eine ganze Welt auf. Ein Laden, groß wie ein kleines Kaufhaus, die Wände mit Autogrammkarten tapeziert, in den Hinterzimmern konnte man Karaoke singen, der Chef spielte im Fitnessraum Klavier. Womit hätte ich diesen Laden vergleichen sollen?

Vier Wochen habe ich dort täglich fotografiert. Fasziniert hat mich vor allem die Vielfalt. Die der Frisuren – sie machen hier irre Irokesen und brave Büroschnitte –, aber vor allem die der Friseure. Mehr als fünf Dutzend Menschen waren damals angestellt: Muslime und Juden, Osteuropäer, Italiener, Lateinamerikaner arbeiteten kollegial nebeneinander.

Angefangen hatte alles mit den Gebrüdern Vezza, Auswanderern aus Sizilien, die 1945 oder 1947, so ganz klar ist das nicht, einen Friseursalon in Manhattan eröffneten. In den 70ern wurde er stadtbekannt, weil es Schnitte zu billigen Festpreisen gab. Die Leute standen Schlange um den Block. Berühmtheiten wie Susan Sarandon oder Spike Lee ließen sich hier die Haare machen. Und zeitweise waren die Friseure selbst Stars. In den 80er Jahren schnitten sie nebenher in der legendären Diskothek Studio 54.

Ende der 90er Jahre dann stiegen die Mieten so stark, dass John und Paul, die Enkel eines der Gründer, das ursprüngliche Geschäft im Hochparterre aufgeben und sich auf denKeller beschränken mussten.

Mit einigen Angestellten bin ich bis heute in Kontakt. Daisy Jessica Latorre schrieb mir, dass der Laden jetzt schließen muss. Ihr Kollege Valentino, der seit mehr als 30 Jahren dort tätig ist, habe Tränen in den Augen gehabt. Auch mir blieb die Luft weg. Das ist, als würde in Berlin das SO36 oder Konnopke dichtmachen. Ach was, viel größer.

Corona hat dem Laden das Genick gebrochen. Seit Juni ist der Lockdown zwar vorbei, doch Jessica sagt, dass bis heute kaum jemand kommt. Viele Stammkunden hätten Angst, Laufkundschaft gebe es momentan gar nicht. Am 25. November nun wird das Geschäft geschlossen.

Manhattan verliert damit wieder ein Stück Originalität. Astor Place war eines der wenigen menschlichen Ökosysteme, das sich noch gegen die Gentrifizierung stemmte, ein Ort, an dem das bunte migrantische New York noch lebendig war. Nun wird er verschwinden.

Am 23. November dann plötzlich die Nachricht von der Rettung des Friseurladens durch eine Gruppe wohlhabender New Yorker.

Dazu – und das ist letztlich der Auslöser, dieses Thema doch noch schnell in diesem Jahr zu erwähnen – gibt es morgen Abend einen Beitrag in den Tagesthemen.

Das ARD-Studio New York zeigt dazu Fotos aus dem Buch von Nicolaus Schmidt.

TV-Tipp
ARD-Tagesthemen
Sendung: Freitag, 4. Dezember 2020, 21:45 Uhr

Ein Satz mit „x“: Das war wohl nix!

Dafür gab es zwei Tage später einen Radio-Beitrag, den ihr euch auf

Deutschlandfunk Kultur

direkt anhören könnt.

Nachtrag vom 5. Januar 2021

Heute um 12:50 Uhr hat das

ARTE Journal

einen Beitrag zur Rettung von New Yorks Kultfriseursalon Astor Place Hairstylists gebracht.

Dafür besuchte ein Fernsehteam Nicolaus Schmidt in seinem Atelier.

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