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Sep 04 2014

Klassenfahrt der Quarta 1964

In der Schulchronik 1964/65 der Klaus-Harms-Schule ist nachzulesen:

17.-28.08.1964: Die Quarta fährt mit Studienrat Schubert und der ehemaligen Schülerin Karen Andresen nach Rantum.

In diesen Tagen erhielt ich von unserer früheren Schulkameradin Maria Volkermann, geb. Flüh zwei Fotos von dieser Klassenfahrt. Passend dazu habe ich im entsprechenden Jahresbericht der Klaus-Harms-Schule einen kleinen Erlebnisbericht gefunden.

Der Burgenwettbewerb

(aus dem Jahresbericht 1964/65)

KHS-Jahresbericht 1964/65»Wir waren nun seit einer Woche im Schullandheim in Rantum auf Sylt. Heute war Sonntag, und es war ein Burgenwettbewerb vorgesehen. Als ich davon hörte, war ich sofort begeistert. Wir hatten zwar noch keine richtige Sandburg, aber was nicht war, konnte ja noch werden! Es war erst acht Uhr, und um 17 Uhr sollten die Burgen zur Besichtigung fertig sein. Nach dem Frühstück besorgten wir uns Schaufeln und marschierten zum Strand. Auf dem Wege überlegten wir uns, was für eine Form unsere Burg bekommen sollte. Ein Mädchen schlug vor: „Wir können ja einen Wal bauen“. Diesen Vorschlag fanden wir alle ganz ausgezeichnet.

Als wir am Strand ankamen, stellte Karen, unsere Betreuerin, ein kleines Modell aus Sand her, nach dem wir den Wal bauen sollten.Klassenfahrt nach Rantum 1964Unser Glück war, daß wir schon eine kleine runde Burg gebaut hatten. So schaufelten wir an den Eingang einen großen Berg Sand, der das Haus darstellen sollte, und an den Ausgang zwei Flossen. Als wir den Rohbau fertiggestellt hatten, rief uns Karen zu, daß wir nun Muscheln sammeln könnten. Jeder griff sich eine Badekappe, Tasche oder sonst einen Behälter, um Muscheln aus dem Wasser zu fischen oder sie am Strand zu suchen.

Meine Gruppe watete, ohne daß wir es eigentlich bemerkten, immer weiter ins Wasser hinein. Plötzlich, als ich mich gerade wieder bückte, um eine Muschel zu fischen, rollte eine große, schäumende Welle auf mich zu, riß mir die Beine weg, und ich sank ins Wasser. Ganz verdutzt blieb ich sitzen, richtete mich aber bald auf, lief aus dem Wasser zu unserer Burg, trocknete mich ab und zog mir einen dicken Pullover über. Allmählich waren genug Muscheln gesammelt, und wir konnten mit der Verzierung der Burg beginnen. Zuerst klopften wir den Sand mit unseren Händen glatt; dann setzten wir vorsichtig Muscheln und Seetang hinein, die Mund und Augen andeuten sollten.

Karen schlug uns vor, an den Seiten des Wals Klaus-Harms-Schule und das Kappelner Wappen mit Muscheln zu zeichnen. Diese Anregung wurde gern aufgenommen. Als wir eine Weile daran gearbeitet hatten, merkten wir, daß das alles gar nicht so schwer war, wie wir zuerst gedacht hatten. Wir waren so emsig bei der Arbeit, daß wir gar nicht merkten, wie schnell die Zeit verflog. Es war nun schon 16,55 Uhr geworden, und das Wappen war noch immer nicht ganz fertig. Da unser Walfisch ziemlich weit entfernt lag, dauerte es noch eine Weile, bis der Heimleiter zu uns kam; zum Glück wurden wir doch noch Klassenfahrt nach Rantum 1964fertig.

Als er nun vor unserem Walfisch stand, beobachtete ich gespannt sein Gesicht, um zu wissen, wie er wohl über unser Werk dachte. Aber er verzog keine Miene. Obwohl wir auf einen guten Platz unter den Preisträgern hofften, wußten wir aber auch, daß andere Klassen auch phantasiereiche Burgen gebaut hatten. Der Heimleiter sagte nur: „Nach dem Abendessen ist Siegerehrung“.

Nach dem Essen stellten sich alle Gruppen vor dem Heim auf. Als der Heimleiter erschien, lobte er unsere Arbeit und Mühe. Er sagte, daß man 30 Punkte erhalten könnte. Die Spannung wuchs, als er verkündete, daß zwei Schulen auf dem ersten Platz liegen und zwar Westerröhnfeld und die Klaus-Harms-Schule Kappeln. Wir sprangen vor Freude hoch und jubelten. Als Belohnung erhielt jeder einen Negerkuß. Unsere Mühe hatte sich gelohnt.

(Käthe Stäcker, IV)«

1 Kommentar

  1. Maria Volkermann

    An den Sandburgenwettbewerb erinnere ich mich nicht, wohl aber an die Schifffahrt nach Helgoland, auf der einige von uns über der Rehling hingen. Das Schullandheim war eine ehemalige Kaserne und diesen millitärischen Charme hatten die Räumlichkeiten noch.
    Maria Volkermann

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