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Feb 15 2022

Klassik-Musikrätsel – Maurice Ravel: „Boléro“

Wie euch in den letzten fast elf Jahren nicht entgangen sein dürfte, bin ich ziemlich musikaffin. Ist wohl angeboren. Mein Opa spielte Geige, mein Vater hat mir im Kindesalter Mundharmonika und sich selbst im Rentenalter noch Akkordeon beigebracht.

Aber zur Klassik gab es in einer klassischen Arbeiterfamilie keine Verbindung.

Im Musikunterricht habe ich dann Mitte der Sechziger zumindest Zugang zu Beethovens 5. Sinfonie (da-da-da-daaa) gefunden.

Irgendwann schafften es die Klassik-Perlen nicht nur auf unendlich viele Ramsch-CDs (Qualität trotzdem oft bemerkenswert gut) sondern auch in die Kaufhäuser. Da erhielten dann einige auserwählte Stücke den seichten Ritterschlag zur Pop-Musik.

Meine „Entdeckung“ und die damit verbundene ernsthaftere Beschäftigung mit der „Klassik“ wurde eigentlich erst 2008 medial ausgelöst durch den 100. Geburtstag von Herbert von Karajan.

Fazit: Ich liebe inzwischen auch klassische Musik. Meine Lieblings-Sinfonien sind … und eure?

Da ich deshalb auch hin und wieder Klassik aus dem TV aufzeichne und alles auch immer mal archiviert werden muss, stolperte ich vor ein paar Tagen über einen witzigen Beitrag des Bayerischen Rundfunks.

So etwas gehört zwar eigentlich nicht (mehr) hierher, sondern eher in ein zukünftiges Blog-Format, aber weil ich nach 15-jähriger professioneller Internet-Arbeit jetzt seit 11 Jahren machen kann, was ich will, ohne dass mir unbedarfte Vorgesetzte reinreden, mache ich es einfach.

Also: Wie heißt das Stück?

Boléro

Der „Boléro“ von Maurice Ravel wurde erkannt von Manfred Rakoschek, Heino Küster, Regina Blätz, Maren Sievers, Katr!n Wummel, Harro Mehne, Karl-Erich Henrici, Joachim Bolz und Eckehard Tebbe.

Die komplette Kurz-Einführung („klassik shorts“, 8:25 Min.) gibt es in der ARD-Mediathek.

Klassische Konzertaufnahmen findet man bei Youtube inzwischen reichlich – ich empfehle aber zum Anhören des ganzen Stückes (knappe 15 Min.) nochmals zwei Beiträge aus der Mediathek:

Ravel · Boléro · SWR Symphonieorchester · Andris Poga
Das SWR Symphonieorchester spielt den Boléro von Maurice Ravel in einer Aufnahme aus dem Jahr 2017 mit Dirigent Andris Poga.
ARD Klassik (Video verfügbar bis 19.03.2022)

Ravel · Bolero · NDR Elbphilharmonieorchester · Alan Gilbert
Das NDR Elbphilharmonieorchester spielt den Boléro von Maurice Ravel in einer Aufnahme aus dem Jahr 2021 mit Dirigent Alan Gilbert. Eine Produktion des NDR in der Hamburger Elbphilharmonie.
ARD Klassik (Video verfügbar bis 11.01.2027)

Danke für eure „Lieblingsstücke“ und besonders dafür, dass durch eure Kommentare letztlich doch noch ein echter Schulzeitreisen-Beitrag entstanden ist. Kein Wunder, da wir doch fast alle denselben Musiklehrer hatten.

Apropos Schulzeit – da gab es auch noch andere „Boleros“. Ich meine nicht die kurzen Jäckchen, sondern grandiose Perlen der Pop-Musik wie z. B…

Jeff Beck - Single-Cover (1967)Jefferson Airplane - Single-Cover (1967)

Heino Küster hat heute per Kommentar noch auf ein anderes Phänomen aufmerksam gemacht. Nachdem in der Pop-Musik der Sechziger schon mehrfach Stücke mit klassischen (insbes. Streich-)Instrumenten – produziert worden waren, gab es Ende des Jahrzehnts dann Versuche, Pop und Klassik ganzheitlich unter einen Hut zu bringen. Es gefiel nicht allen, war aber erfolgreich.

Eine dieser Produktionen hat Heino aus seiner Plattensammlung gefischt und schreibt dazu:

Noch ein Beitrag zum Thema Klassik, den ich doch, weil vielleicht nicht sehr bekannt, gerne vorstellen möchte: Deep Purple hat in der Royal Albert Hall ein Konzert gegeben. Komposition vom Organisten der Gruppe Jon Lord.

Deep Purple - LP-Cover (1970)Deep Purple - LP-Cover (1970

Bereits 1967 hatten die Moody Blues mit Days of Future Passed einen ersten großen Erfolg mit dem Genre-Mix, wobei das Sinfonieorchester überwiegend für Vor- und Zwischenspiele eingesetzt wurde.

Eine andere Gruppe, deren Musik bis heute geradezu prädestiniert ist, in orchestraler Version daherzukommen, ist Procol Harum, die mit dem Edmonton Symphony Orchestra 1972 ihr erstes Live in Concert-Album herausbrachten.

Aber die 1969 von Deep Purple aufgenommene Live-LP Concerto for Group and Orchestra war auf jeden Fall wegbereitend.

19 Kommentare

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  1. Heino Küster

    Noch ein Beitrag zum Thema Klassik, den ich doch, weil vielleicht nicht sehr bekannt, gerne vorstellen möchte: Deep Purple hat in der Royal Albert Hall ein Konzert gegeben. Komposition vom Organisten der Gruppe Jon Lord.

    1. admin

      Danke, Heino, ich habe deine Anregung aufgenommen und den Beitrag entsprechend ergänzt.

  2. Eckehard Tebbe

    Schön, dass du hier auf Jeff Beck aufmerksam machst, Achim. Leider nicht sehr bekannt, da es tatsächlich nur die B-Seite war. 'Warum nur, warum?' würde Udo Jürgens sagen. Ein absolut großartiges Instrumental. Aber das war ja auch eine Besetzung der Extraklasse. Hört sie euch unbedingt mal an. Ich gebe zu, dass ich sie öfter auflege als Ravel.

    1. admin

      Für alle die, die nicht lange rumsuchen wollen, hier eine kleine Ergänzung zu dem, was Eckehard mit „Besetzung der Extraklasse“ meint: Ronnie Wood – Bass, Nicky Hopkins – Klavier, Keith Moon – Schlagzeug, Jimmy Page – 12-saitige E-Gitarre.

  3. Eckehard Tebbe

    Als Knirps wurde ich mit Klassik überschüttet (Bestand meines Vaters), hab manchmal sogar eine Scheibe davon aufgelegt, bevor dann Freddy über die Weltmeere tingelte und gleich darauf Elvis die Regler übernahm. Mit 16 folgte ein erneuter Klassik-Schub durch meine Freundin, die mir die Brandenburgischen Konzerte nahe legte. Gefielen mir auch gut, aber letzten Endes hatte Johann gegen die Übermacht aus Liverpool und dem Rest der rockigen Welt keine Chance. Heute höre ich hin und wieder die 'Nacht auf dem kahlen Berge' oder klopfe mal bei Wolfgang Amadeus an. Bin aber nie tief in Klassik eingetaucht. Meine 'Hits', die ich sogar oft vor mich hin pfeife, sind das Menuett von Boccherini und – wahrscheinlich wenig verwunderlich – Ravels Bolero.

  4. Joachim Bolz

    Ich bin nicht so bewandert in klassischer Musik, bin seit 1997 ein Fan von New Country Music.
    dies hat sich aus meiner Lebensweise mit Pferden, US-Cars und Line Dance ergeben.
    Trotzdem kenne ich selbstverständlich auch viele klassische Stücke.
    Dies hört sich so an wie Bolero von Ravel.

  5. Regina Blätz

    Nessun dorma! Das bekomme ich seit Tagen nicht aus dem Kopf . Wenn ich jemals in eine Aufführung von Turandot gehen sollte müssen meine Sitznachbarn mit Paketklebeband bewaffnet werden um zu verhindern, dass ich aufstehe und mitsinge. Aber da der Rest der Oper nicht so mitreißend ist besteht dafür keine Gefahr.
    Es gibt so viele andere Klassiker bei denen man sich wegräumen kann! Tschaikovsky oder Grieg z..B.

  6. Karl-Erich Henrici

    "Bolero" von Ravel.

  7. Dr.Wolfgang Mehne

    Bolero von Maurice Ravel.Auch in meiner Schulzeit hatte sich Herr Köhl für eine gehörige Bandbreite musikalischer Darbietungen eingesetzt,dafür bin ich bis heute dankbar.

  8. Katr!n Wummel

    Bolero

  9. Maren Sievers

    Bolero von Maurice Ravel

  10. Maren Sievers

    Obwohl totaler Udo Lindenberg-Fan, höre ich auch gerne mal KlassikRadio.
    Wobei ich von Dukas "Zauberlehrling", über Rimsky-Korsakov "Hummelflug" bis zur "Deutschen Messe" von Franz Schubert (die ich in Auszügen auch schon mit der Kantorei gesungen habe) eigentlich vieles mag. Aber mein absolutes Lieblingsstück ist von Gustav Mahler die "Symphony Nr 2 in C Moll", die sogenannte Auferstehung.
    Bei youtube gibts eine Version vom 2.2.2011 mit dem lettischen, 2019 verstorbenen Dirigenten Mariss Jansons, dem Royal Concertgebouw Orchestra, dem Netherlands Radio Choir, der Sopranistin Riccarda Merbeth und der Mezzosopranistin Bernarda Fink. Da macht nicht nur das Hören, sondern auch das Zusehen Spass. Die Mimik des Dirigenten einmalig. Und besonders der 2. Satz, wenn die Harfen und die Streicher das MenuettThema zupfen gefällt mir sehr. Das ganze Werk dauert 1.30h, aber es lohnt sich das anzusehen und zu Hören. Es wird viel an einzelnen Instrumenten gezeigt von Triangel bis Tuba und nicht nur immer der Dirigent von hinten wie in vielen anderen Aufnahmen.

  11. admin

    Ich selbst bin auf meiner Suche bei einem echten Norddeutschen gelandet – Johannes Brahms.
    Aber mein ewiges Lieblingsstück hatte ich schon seit 1975 im Ohr, bis ich irgendwann rausbekommen habe, um was es sich eigentlich handelt: die 6. Sinfonie von Pjotr „Peter“ Iljitsch Tschaikowsky – eines der musikalischen Grundthemen in der Verfilmung von Walter Kempowskis Tadellöser & Wolff.
    Da saß dann der unnachahmliche Karl Lieffen am Klavier und rezitierte zum 1. Satz der „Pathétique“: „Jahre des Lebens, alles vergebens. Wann werden wir uns einmal wiedersehn?“
    Da läuft mir heute noch ein Schauer über den Rücken.

  12. Regina Blätz

    Taaa ta ta ta ta tata tat tatata tat tat ta da ta ta taaa…… Ravels Bolero

  13. Heino Küster

    Ich wurde auch in der Schule durch Köhl an die Klassik heran geführt. Partitur lesen der Symphonien Nr. 1 (Brahms), 5 (Beethoven) und 9 (Dvorak, Aus der Neuen Welt). Ebenso Orffs Carmina Burana.
    Die Symphonien habe ich mir dann gleich gekauft (1972 bei Mehne) von den Berliner Philharmonikern unter Karajan, Deutsche Grammophon. Immer noch meine Lieblingsklassiker, wahrscheinlich wegen der intensiven Beschäftigung damit im Musikunterricht.

    1. Maren Sievers

      Bei Herrn Köhl gabs zu meiner Schulzeit die Zauberflöte mit Papageno und dann noch "sah ein Knab ein Röslein stehn", aber auch schon "Yellow submarine" von den Beatles.. Und anfangs hatte ich als 3. Abifach auch noch Musik, aber da ich ja "nur" Flügelhorn und Flöte spiele, hatte ich keine Chance, denn oft spielte er etwas aufm Klavier und sagte dann: spiel das mal nach. Hab dann zu Französisch gewechselt, nachdem ich das kleine Latinum gerade so geschafft hatte…..aber da war ich auch nicht so recht erfolgreich….aber die Liebe zur Musik ist geblieben.

  14. Heino Küster

    Ravels Bolero…ein schönes Stück Klassik ;-)

  15. Manfred Rakoschek

    mein absoluter favorit:
    goldberg-variationen von jsb
    egal in welcher aufnahme schön (mehr als 40 youtube-adressen im archiv)
    aber da auch favoriten: Jean Rondeau und Catrin Finch

  16. Manfred Rakoschek

    bolero von ravel

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