Mai 21 2024

Bilderrätsel Nr. 766 – Weidefeld

Eine Ansichtskarte von 1914.

Frage: Welcher Strand ist das?

Weidefeld

Bilderrätsel Nr. 766

Richtig getippt haben Konrad, Maren, Michaela, Regina, Kalli, Klaus-Dieter, Runa, Jochen, Heino, Hans-Werner, Harro.

Sowohl die Badegesellschaft am Strand von Weidefeld als auch das Haupthaus auf dem damaligen Hof Friedrichsen – heute Ferienhof Wick – waren hier schon mal zu sehen.

Weidefelder Strand (1914)

Weidefeld - Hof Friedrichsen (1904) | Ferienhof Wick (2014)

Mai 18 2024

Aktuelle Buchtipps

Ich bin nicht gerade das, was man einen „Vielleser“ nennt, ganz im Gegenteil.

Deshalb kann ich oft auch Bücher, über die ich gestolpert bin, aber nicht gelesen habe, nicht „empfehlen“, sondern nur auf sie hinweisen.

Das sind dann meistens welche, die von ehemaligen Klassenkameradinnen oder -kameraden oder „Mitreisenden“ verfasst wurden oder sie daran zumindest beteiligt waren.

Hier habe ich gleich zwei davon.

Im April erschien das „SPIEGEL-Buch“ von Annette und Hauke Goos

Warum hängt daran dein Herz?

Wie Erinnerungsstücke aus der Kriegszeit helfen,
unsere Eltern zu verstehen

In vielen Familien ist der Zweite Weltkrieg bis heute präsent, manchmal in ganz alltäglichen Dingen: einem Kleiderbügel, den die Mutter auf der Flucht dabeihatte, einer Keksdose, die für eine verlorene Kindheit steht, oder einer Trillerpfeife, die dem Vater gehörte, der aus dem Krieg nicht zurückkam. Mit ihnen verbindet sich die Erinnerung an Zeiten voller Angst und Leid, für die die Menschen, die sie oft noch als Kind miterlebt haben, zuweilen keine Sprache finden.

Annette und Hauke Goos stellen 36 solcher Erinnerungsstücke vor und bringen ihre Besitzer, darunter prominente Stimmen wie Björn Engholm, Marie-Luise Marjan, Paul Maar, Rita Süssmuth und Peter Stephan Jungk, zum Erzählen: Die so entstandenen Gesprächsprotokolle geben Zeugnis davon, welche seelischen Verwüstungen Krieg selbst in der Kinder- und Enkelgeneration hinterlässt. Und sie zeigen, wie die Gegenstände uns helfen können, unsere Eltern (besser) zu verstehen. Die beeindruckenden Geschichten und Menschen hinter den Gegenständen werden von dem Fotografen Dmitrij Leltschuk einfühlsam in Szene gesetzt.

Auch Dietrich und Regina von Horn sind mit ihren Geschichten darin vetreten.

Warum hängt daran dein Herz? (2024)

Ich hätte ebenfaslls etwas sehr Interessantes dazu beitragen können – aber mich fragt ja keiner! lol

Warum hängt daran dein Herz? - HÖRZU 18/2024Warum hängt daran dein Herz? - HÖRZU 18/2024

Nachdem bereits die HÖRZU – unsere Fernsehzeitschrift seit mehr als 60 Jahren – eine doppelseitige Buchbesprechung veröffentlicht hat, könnte das ein Bestseller zu werden.

Warum hängt daran dein Herz? (2024)

Deutsche Verlags-Anstalt
384 Seiten
ISBN: ‎ 978-3421070319
28,00 EUR

Ebenfalls ein Sachbuch hat jetzt mein alter Klassenkamerad Hans Heinrich Janssen herausgebracht, der für uns u. a. gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin die „Hexenbäume“ vermessen hat.

Die mittelalterlichen Bildsteine
im Westbau der St.-Jürgen-Kirche zu Gettorf

Die heimatkundliche Forschung brachte den Autor auf die Spur sogenannter Bildsteine an romanischen oder frühgotischen Feldsteinkirchen.

Er wurde unter anderem auf Bildsteine aufmerksam, die im Feldsteinsockel des Turmes der Kirche St. Jürgen zu Gettorf eingemauert sind. Die dort eingeritzten Zeichen und Symbole sind seit fast 200 Jahren Gegenstand unterschiedlichster Annahmen und Deutungsversuche.

Als Grundlage intensiverer Betrachtungen wurde zunächst nun die Baugeschichte des Turmes rekonstruiert. Geduldige Studien vor Ort führten dabei zur Entdeckung von viel mehr Bildsteinen mit Zeichen, als bis dahin bekannt waren, und schließlich auch zu einer überraschend einfachen Deutung der Symbole.

Die verschiedenen Motive lassen sich vier Grundgruppen zuordnen, die noch untergliedert werden können. Die Feinanalyse der Symbole schließlich erlaubt Rückschlüsse auf die Bevölkerung und ihre Gebräuche zur Frühzeit der Kirche im Mittelalter.

So eröffnet die kleine Broschüre jedem archäologisch Interessierten ein weites Feld für eigene Beobachtungen und Aktivitäten und schafft gleichzeitig die Grundlage für vertiefende, technisch aufwendigere und eher professionelle Untersuchungen.

Gettorf - St. Jürgen (2024)

Verlag: Langenweißbach
ISBN: 978-3-95741-218-8
100 Seiten mit vielen farbigen Abbildungen
12,80 €

Mai 18 2024

Bilderrätsel Nr. 765 – Die Schleipiraten

Junge Menschen in einem Segelboot auf der Schlei.

Frage: Woher stammt dieses hübsche Motiv?

Die Schleipiraten

Bilderrätsel Nr. 765

Das beliebte Jugendbuch „Die Schleipiraten“ erschien Anfang der 1930er-Jahre und wurde mehrfach neu aufgelegt.

Die SchleipiratenDie SchleipiratenDie Schleipiraten

Der Autor Günther Grell wurde 1912 in Schleswig geboren. Sein Vater war ein vielseitig interessierter und engagierter Kultur- und Theaterfreund, dessen Leidenschaft darüber hinaus dem Segelvergnügen auf der Schlei galt.

Beides – kulturelle Werte und die Begeisterung für den Segelsport – haben den Sohn nachhaltig geprägt.

Schon während seiner Studienzeit 1931-1935 in Berlin veröffentlichte er u. a. „Die Schleipiraten“ sowie sein erstes Fachbuch „Ran an den Wind“. Es folgten viele weitere Werke wie z. B. das über Deutschland hinaus bekannte Segel-Lehrbuch „Heut‘ geht es an Bord“.

Da Günther Grell kein Mitglied der NSDAP war, erhielt er anfangs keine Zulassung als Kulturschriftleiter, sondern durfte lediglich Buchbesprechungen veröffentlichen.

1938 wurde er dann aber Redakteur und ein Jahr später „Schriftleiter“ der Zeitschrift „Die Yacht“, für die er auch von 1949 bis 1960 als Chefredakteur verantwortlich war.

Günther Grell - Publikationen

Illustriert wurden die „Schleipiraten“ und andere Bücher von dem mit Grell befreundeten Maler und Zeichner Arnd Georg „Age“ Nissen aus Rinkenis an der Flensburger Förde, aus dessen Nachruf von 1963 in der „Yacht“ ich hier zitiere.

Günther Grell (1912-1963)Günther Grell ist allen, die das Wasser lieben und eine Schot in die Hand nehmen, seit langem ein Begriff… Seine ganze Liebe galt dem Wasser und dem Segelsport. Immer wieder hat er neu und frisch in Artikeln, Schriften und Büchern dieses Thema geformt. Er hatte sich ein fachliches Wissen erworben, das in Deutschland wohl einmalig ist…

Schon als Schüler schrieb Grell Reportagen und Berichte für Zeitungen … und bald entstanden Novellen und Erzählungen, später Romane. Wenn in den beiden schönen Büchern „Die Seejungfrau“ und „Dazwischen lag das Meer“ die Handlung noch an das Segeln gebunden war, so behandelte er in den Romanen „Arne Postgraf“, „Die Muse des Herrn Johannes“ und „Die Söhne Noahs“ rein menschliche Themen, und hier zeigte sich die Kraft seiner Sprache…

Wer ihn in seinem schönen Haus in Schleswig besuchte – der Stadt, in der er geboren wurde, in der er lange gewirkt hat und in der er jetzt auch beigesetzt ist –, der erst wird ihn richtig verstanden haben. Da fühlte er sich wohl in seiner Familie, da konnte er arbeiten und planen, umgeben von seinen Büchern und Bildern, und täglich ging der Blick auf die geliebte Förde und den schönen Dom.

Zurück zum Buch, auf das ich vor Jahren bei Gerd Tams aufmerksam wurde. Kein Wunder also, dass er es erkannt hat. Ansonsten wurde es nur von Regina entdeckt.

Es ist in Fraktur-Schrift gedruckt, die ich zwar – im Gegensatz zu Sütterlin-Handschrift – gut lesen kann, die aber in Bezug auf Texterkennung bis vor einigen Jahren große Probleme bereitete.

Das hat sich dank KI inzwischen geändert. Deshalb habe ich mal das Inhaltsverzeichnis und das erste Kapitel gescannt und biete es euch hier als Leseprobe an.

Günther Grell

Die Schleipiraten

Eine vergnügliche Jungengeschichte
mit Seewasser und feuchten Abenteuern

Inhalt

Mäuse genug und doch kein Boot!
Lupus hat einen Einfall
„Idonta“ bringt Glück
Aber nun kommt das Glück!
Die Schleipiraten erobern einen Rollschinken
Nur eine Landratte, aber der Junge ist richtig
Ein Affe an Bord?
Gustav in großer Form
Hilfe, Hilfe, ich ertrinke!
„Hallo, ,Wiking‘! Drehen Sie sofort bei!“
Ein merkwürdiger Fund
Mister Dolittle interessiert sich für Kiebitzeier
Der Frankfurter gerät in große Versuchung
Gustav fällt aus der Rolle
Wir haben uns versegelt!
Hallo, wo sind wir?
Gefangen!
„Greif“ greift ein
S–O–S–Schmuggler!
Wo aber ist der „Wiking“?
Lupus gibt ein Interview

Die Schleipiraten - Kapitel 1 - Zeichnung: Arge Nissen

Mäuse genug und doch kein Boot!

„Es muß endlich was geschehen“, sagt Lupus und setzt den Pinsel ab. „Das ist meine Meinung. Jetzt ist der Frühling da, und wir haben immer noch kein eigenes Boot. Ich sage euch, ich komme noch um, wenn ich wieder den ganzen Sommer in Elias seiner alten Mietkutsche nur hier eben ein bißchen im Schleibecken ´rumkutschieren soll! Man will doch endlich mal weiterkommen, mal ein bißchen hinaus und was Vernüftiges anstellen, das sich lohnt und das Sinn hat. Wer will vielleicht behaupten, daß wir nicht ebensogut segeln können wie mancher andere, der sich wunder wie groß damit tut?“

Auch Gustav und Kurt hören mit der Arbeit auf. Die drei sind dabei, der „Christine“, einem großen Segelboot, das dem Bootsvermieter Elias gehört und jetzt auf Land liegt, den Frühjahrsanstrich zu geben. Das tun sie, weil es ihnen Spaß macht, dem alten Elias zu helfen, und weil sie sich nun doch einmal den ganzen Tag am Hafen bei den Booten herumtreiben. Im Sommer segeln sie die Leute mit der „Christine“ auf das andere Schleiufer hinüber.

„Die Gemeinheit dabei ist ja“, brummt Gustav, „daß wir einfach nicht beweisen dürfen, was wir können, weil Elias uns mit seinen Kähnen nicht weit genug fortläßt. Ich hab‘ manchmal ’ne Knallwut!“ Dabei taucht Gustav den Pinsel wieder frisch in die Farbe und pinselt wütend drauflos.

„Gib man nicht so an!“ sagt Kurt. „Gerade ihr beide seid schon oft genug die Schlei hinuntergesegelt, aus Schleimünde heraus und auf die Ostsee. Ich wollte, ich wäre schon so oft mitgenommen worden wie ihr!“

„Was ist das schon?“ entgegnet Lupus geringschätzig. „Mal mitgenommen werden! Doch das verstehst du ja nicht, daß man auch mal selbst losschippern möchte, um selbst zu sehen, wie alles ist, um selbst was zu leisten und dabei einen Kahn unter den Füßen zu haben, wo man sein eigener Reeder und selbst Kapitän ist. Alles andere ist halber Kram, das sage ich!“

Die Arbeit kommt heute gar nicht recht voran. Elias kann diesmal mit seinen Helfern nicht zufrieden sein, wenn er zurückkommt; die drei erzählen sich heute zu viel. Die alte „Christine“, die bereits ihre fünfundzwanzig Jahre auf dem Buckel hat, möchten sie übrigens schon haben, aber schließlich wären sie auch mit Elias‘ „Ella“, dem kleinsten Segelboot, zufrieden. Ja, wenn sie nur eines der Ruderboote hätten! Man könnte einen Kiel darunter setzen, ein Segel dafür nähen und richtig damit segeln.

„Wißt ihr“, sagt Gustav endlich nach langem Hin und Her, „wir kaufen uns einfach ein kleines Boot. Wir müssen uns das Geld zusammensparen und uns dazu irgendwie etwas verdienen. Bis zum Sommer haben wir dann genug beisammen, um einen kleinen Kahn kaufen zu können. Wenn man uns anders nicht losläßt, gut, dann machen wir uns eben selbständig – fertig!“

„Ja, aber wie sollen wir …?“ will Kurt einwenden.

„Machst du mit oder nicht?“ fragt Lupus scharf.

„Natürlich mache ich mit, wenn ihr meint, daß es geht“, beeilt sich Kurt zu sagen.

Dann lassen sie Pinsel und Farbe liegen und beraten, wie sie Geld verdienen können. Ein bißchen hat ja jeder schon in seiner Sparbüchse; dazu kommt das Taschengeld, von dem ab heute kein Pfennig mehr ausgegeben werden darf, und dazu muß nun eben noch etwas verdient werden. Lupus zieht Bleistift und Papier aus der Tasche und zählt die vorhandenen Mittel zusammen. Für den Anfang immerhin etwas, aber wie noch mehr verdienen?

Sie finden schnell eine Verdienstquelle. Gustav und Lupus sind mit Fräulein König, die schräg gegenüber von ihnen wohnt, ein wenig befreundet. Fräulein König wohnt in einem großen, altmodischen Hause. Da gibt es eine Unmenge von Ecken und Winkeln, in denen sich Ratten und Mäuse in großen Mengen herumtreiben. Fräulein König aber fürchtet sich vor Mäusen und Ratten und kann es nun einmal nicht vertragen, daß das Getier so überhand nimmt, und die fetten Ratten schließlich am hellen Tage frech über den Hof und durch die Gänge laufen. Nein, so was auch! Seit langem hat sie Gustav und Lupus ins Vertrauen gezogen und als Preis für jede erlegte Maus fünf Pfennig, für jede gefangene Ratte zehn Pfennig ausgesetzt, die sie ordnungsgemäß bezahlt, wenn ihr die toten Tiere vorgelegt werden.

Die drei kaufen sofort eine neue Rattenfalle, da die alte von den Tieren verschleppt worden ist, und machen sich dazu noch mit einer Luftbüchse auf die Ratten- und Mäusejagd, so daß sich Fräulein König über ihren neuen Eifer nicht wenig freut und jedesmal aus dem Fenster guckt, wenn es in irgend einer Ecke geknallt hat. „So ist’s recht“, sagt sie, „ nur immer ordentlich aufgeräumt unter dem Ungetier! Man ist ja davor in seinem eigenen Hause nicht mehr sicher.“

Die Jungen sperren die Katze, die ihnen schon immer böse Konkurrenz gemacht hat, in eine Bodenkammer ein und fangen in den ersten Tagen nicht wenig. „Junge, Junge!“ sagt Gustav jedesmal, wenn er eine tote Maus oder eine tote Ratte am Schwanz hochheben kann, „Junge, Junge, wenn wir nur erst unsern Kahn haben!! Doch als sie am Sonnabend den Ertrag von den Fängen einer ganzen Woche ausgezahlt bekommen, macht er ein ganz anderes Gesicht, und auch Lupus schmunzelt nicht mehr wie all die Tage schon. Nur Kurt meint triumphierend, als sie bloß drei Mark für alle ihre Mühe bekommen, das habe er schon immer gewußt, daß aus dem Boot nichts werde.

„Döskopp!“ sagt Gustav nur verächtlich und auch ein wenig wütend, und Lupus macht sich daran, auszurechnen, wieviel Geld sie auf diese Art bis zum Sommer zusammenhaben würden. Es würde nicht einmal halb dazu langen, um das kleinste und schlechteste Boot zu kaufen.

Kurt grinst. Hat er vielleicht nicht recht gehabt?

„Es nützt doch nichts“, sagt Lupus. „Mäuse und Ratten gibt es hier ja genug, aber selbst wenn wir alle Katzen aus der Nachbarschaft einsperren und auch anderswo die Mäuse wegfangen und sie uns von Fräulein König bezahlen lassen, wir bekommen immer noch kein Boot dafür.

Und dabei bleibt es. Sie lassen die Katze wieder aus der Bodenkammer heraus und gehen Fräulein König, der sie nun nicht mehr die Mäuse wegfangen, sorgsam und schuldbewußt aus dem Weg. Doch Fräulein König ist gar nicht so; sie lädt die drei zu Kaffee und Kuchen ein und meint, sie finde es ganz in der Ordnung, daß die Jungen sich jetzt etwas mehr um die Schularbeiten bekümmerten, wo doch Ostern vor der Tür stehe. Und die letzte eifrige Jagd habe auch schon ganz gut geholfen, ihr sei seit Tagen keine fette Ratte mehr auf dem Hof begegnet. Gott sei Dank!

Gustav und Lupus sehen sich verstohlen an. Das war ja überhaupt nicht wegen der Ratten- und Mäuseplage, sondern wegen des Bootes, das sie sich kaufen wollen. Doch das braucht man dem Fräulein natürlich nicht gleich auf die Nase zu binden.

Mai 17 2024

Mittelschul-Erinnerungen

Jetzt habe ich wieder einmal ein paar schöne Schulzeiterinnerungen aus Kappeln anzubieten.

Da es um die Mittelschule geht, vorab ein kurzgefasster Überblick über die Schulleiter nach dem Dritten Reich.

Mittelschulrektor von 1947 bis 1958 war Ewald Schnauer. Ab 1942 hatte er bereits Rektor Adolf Albers vertreten, der als Major im Zweiten Weltkrieg unabkömmlich war.

Als Herr Schnauer einige Zeit vor seiner Pensionierung schwer erkrankte, wurde er zunächst von Konrektor Otto Schmidt (Vater von Gerda Schmidt-Panknin) und dann von Konrektor Gustav Wiese vertreten, bis 1959 der allseits bekannte Wolf-Dietrich Jägel neuer Mittelschulrektor wurde.

Um Letzteren geht es hier ausnahmsweise einmal nicht, sondern um die anderen drei, die in den Fünfzigern für die Leitung der Mittelschule in Kappeln verantwortlich waren.

Zur Einleitung des nachfolgenden Beitrags noch einmal ein (aufbereitetes) Klassenfoto von 1956.

Vor den Schülerinnen und Schülern präsentiert sich in der ersten Reihe nahezu der komplette Lehrkörper der Mittelschule..

Mittelschule Kappeln – Abschlussjahrgang 1956

1. Behrendt, 2. Petersen, 3. Rasenack, 4. ?, 5. Heitmann, 6. Klinge, 7. Wiese, 8. ?,
9. Schnauer, 10. Schmidt, 11. Neubacher, 12. Zienecker, 13. Below (?), 14. Kressin

Die Mittelschule in den Fünfzigern
von Bernd Koch

In unser Schule herrschte folgende Situation: Unser damals heißbeliebter und akzeptierter Rektor Schnauer konnte sein Amt nicht mehr ausüben wegen Demenz. Wir Schüler wurden darüber aber nicht aufgeklärt.

Später konnte man Herrn Schnauer oft an seiner Gartenpforte stehen sehen. Man konnte ihn ansprechen, aber er wusste nicht mehr, wer sein Gegenüber war. Er wurde von seiner Tochter gepflegt.

Kurzzeitig wurde er von Konrektor Schmidt, dem Vater von Frau Panknin vertreten, bis Otto in den Ruhestand ging. Wenn man bei ihm Unterricht hatte, begann dieser mit dem Absingen folgender Lieder:

„Wenn die Sonne scheint in Texas“ und „An de Eck steiht’n Jung mit’n Tüdelband“, einer Nationalhymne aus Hamburg. Otto Schmidt tat sich auch dadurch hervor, dass er gerne im Sommer mittels Feuerzeug dazu beitrug, dass die vorgeschriebene Temperatur für Hitzefrei erreicht wurde. Wenn man später Otto in der Stadt traf, kam es schon vor, dass man mit ihm in „Schwensens Gasthof“ ging.

Nachfolger wurde Gustav Wiese als Übergang zu Jägel, den wir dann für ein halbes Jahr genießen durften. Bei seiner Vorstellung im Strandhotel mit anderen Bewerbern hat man es sehr wohlwollend registriert, dass er auch Leutnant zur See im 2. Weltkrieg war. Das nur nebenbei.

Wie komme ich nun auf Wiese? Hier liegt der Bezug wieder auf der „Kürbisbande“. Also: Ich hatte in der Klasse eine Auseinandersetzung mit einem Mitschüler, die in eine Rangelei ausuferte. Irgendwie kam er dann nach Schulschluss mit einem zerrissenen Hemd nach Hause und klagte sein Leid seiner Großmutter, natürlich herausgeschmückt mit Überfall usw. Die Mutter reichte dann eine Beschwerde bei der Schulleitung ein.

Während der Pause ging ich mit anderen Schülern auf den Schulhof. Mir kam dann mit zwei anderen Lehrern besagter Wiese entgegen. Er schrie: „Da ist er ja, der Mann der Kürbisbande, den brauchen wir hier nicht und schon gar nicht seine Methoden!“ Wir waren baff. Mein Einwand, ich hätte nichts mit der Bande zu tun, wurde abgebürstet. Auf dem Schulhof startete das Gerücht, Bernd gehört zur Kürbisbande. Teilweise rief das Respekt und Anerkennung hervor.

Was war passiert? Es gab tatsächlich einen Bernd Koch in der Bande, dieser war aber ein von seinem Lehrherren Lanckau gut beleumundeter Maurerlehling. Man kann sehen, welche Vorurteile bei manchen Pädagogen damals vorherrschten, von der Pflicht des Lehrers zur Neutralität und Fürsorgepflicht keine Spur.

Mein Vater wollte Wiese nicht anrufen. Ich bin zu einem mir bekannten Anwalt gegangen und dieser regelte dann die Sache inclusive Entschuldigung. Mich hat damals am meisten geärgert, dass seitens der Schule anfangs nichts zur Aufklärung beigetragen wurde.

Wiese war auch ein Choleriker. Eine Klassenkameradin machte sich einen Scherz und heftete einen Stoffaffen hinten an seine Jacke, ohne das er es merkte und damit über den Schulhof lief. Ein Mitschüler verriet dann das Mädchen und die Folge war ein Schulverweis ohne weitere Konsequenzen. Bei einem Kappelner Geschäftsmann bekam die Mitschülerin eine Lehrstelle.

Noch etwas zu Wiese: Er war ein hervorragender Sportsmann. Seine Disziplin war Schlüsselweitwurf. Das muss trainiert werden, es ist nicht einfach, ein Schlüsselbund aus einiger Entfernung einem Schüler oder einer Schülerin an den Kopf zu werfen. Manchmal traf er trotz seiner Erfahrung nicht immer den richtigen.

Zum Abschluss noch folgendes: Ich saß in der ersten Reihe und konnte oftmals die Mischung aus Weinbrand und Traubenzucker riechen.

Mai 15 2024

Bilderrätsel Nr. 764 – Ronny

bebopalulaVor 60 Jahren

Ein weiteres Rätsel aus der

Musik Parade Nr. 21 | Mai 1964

Frage: Wer ist das und wie hieß sein aktueller Hit?

Ronny

Bilderrätsel Nr. 764

RONNY: „Ich bleibe an der Strippe!“

„Ein Esel wäre ich, wenn ich diese Chance nicht nutzte“ sagte Western-Sänger Ronny, als man ihm anbot, an der großen Nashville-Tournee durch die Bundesrepublik teilzunehmen.

Mit seinem Schlager „Oh My Darling Caroline“ steht er seit Wochen in unseren Hitlisten. Er war nie im wilden Westen, liebt aber diese Musik und wirkt so glaubhaft, dass er es gleich mit der ersten Platte schaffte.

„Für mich beginnt das Leben im Showbusiness erst. Und zur Zeit geht alles erst einmal über das Telefon. Ich bleibe an der Strippe und hoffe, dass ich bald so gut drin bin, dass ich mir einen Packesel halten kann, der neben meiner Cowboytracht auch noch ein drahtloses Telefon mit sich trägt.“

Bevor er von einem Mobiltelefon träumte, landete der Bremer Musiker und Produzent Wolfgang Roloff mit seiner ersten Solo-Single unter dem Namen Ronny einen Riesenhit.

Oh My Darling Caroline - Holländisches Single-Cover (1964)

Oh My Darling Caroline

hielt sich 5 Monate in den Top 10 der deutschen Hitparade, davon wochenlang auf Platz 1, den er auch in der in der MP-Hitparade im Mai 1964 eroberte.

MP's Top 30 - Mai 1964

MP's Top 30 - Mai 1964

MP's Top 10 international - Mai 1964

Ronny und „Caroline“ wurden erraten von Runa, Heino, Jürgen, Eckehard, Hans-Werner, Harro, Maren und Dietrich.

Im Mai 1964 erschien die Musik Parade zum ersten Mal mit einem Farbfoto auf der Titelseite. Natürlich mit den Beatles, die dann jahrelang in keiner Ausgabe mehr fehlen sollten.

Musik Parade Nr. 21 - Mai 1964Musik Parade Nr. 21 - Mai 1964

Mai 12 2024

Bilderrätsel Nr. 763 – Maasholm

Nach unserem Schwansen-Abstecher machen wir jetzt einen kleinen Ausflug in Angeln.

Das Rätselfoto (Abzug der Drogerie Schubert) stammt aus den sehr frühen 50er-Jahren.

Frage: Wo stand/steht dieses Haus und wo mag sich der Fotograf befunden haben?

Maasholm, Hauptstraße 41

Bilderrätsel Nr. 763

Das kleine Haus am Ende der Hauptstraße / Ecke Strandweg in Maasholm war ursprünglich ein sog. „Abnahmehaus“ (=„Altenteil“) ohne eigene Hausnummer und wurde etwa ab 1925 als erstes Bürogebäude der Maasholmer Fischergenossenschaft genutzt, bis um 1948 ein neues MFG-Gebäude errichtet wurde.

Schräg gegenüber entstand 1916-1918 der Rettungsschuppen der DGzRS. Vermutlich wurde die Aufnahme vom dortigen Dach(fenser) aus gemacht.

Maasholm - Hauptstraße (um 1950)

Auf dem nächsten Foto (von 1970) ist das Haus (inzwischen Hauptstraße 41) bereits komplett – ohne Utlucht und Reetdach – renoviert..

Maasholm - Hauptstraße (1970)

Den Standort des Hauses und des Fotografen herausgefunden haben Konrad, Heino, Horst und Runa. Auf Maasholm tippten auch Regina, Maren und Hans-Werner.

Mai 10 2024

Fred Astaire {125}

bebopalulaZum 125. Geburtstag von

Fred Astaire

ein kleines Video, dass ich vor geraumer Zeit bei YouTube entdeckt habe.

Rita Hayworth & Fred Astaire
tanzen zur Musik von
Led Zeppelin – Rock ’n‘ Roll

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